Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

GUSTAV HOLST: KAMMERMUSIK für Streicher, Bläser und Klavier – Ensemble Arabesques; FARAO Classics CD

03.03.2017 | cd

GUSTAV HOLST: KAMMERMUSIK für Streicher, Bläser und Klavier – Ensemble Arabesques; FARAO Classics CD

Gustav Holst (1874-1934): Kammermusik, CD

Jeder kennt sie, „Die Planeten“ des englischen Tonsetzers Holst. Eine neue CD stellt nun frühe wenig bekannte kammermusikalische Arbeiten des Komponisten vor, der sich wohl nicht so recht in ein englisch-nationalistisches Schema einfügen will. Reizvoll und genüsslich spielerisch erklingen diese fünf Kostproben aus dem reichen Schaffen Holsts: Ein „Quintett in a-moll“ für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, „Three Pieces“ für Oboe und Streichquartett, ein „Bläserquintett“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, ein „Sextett in e-moll“ für Oboe, Klarinette in A, Fagott, Violine, Viola und Violoncello sowie das „Terzetto“ für Flöte, Oboe und Klarinette in zwei Sätzen. Diese Werke sind rund um die h entstanden mit Ausnahme des Terzettos,das aus dem Jahr 1925 stammt.

Holst war noch Student am Londoner Royal College of Music, als er das viersätzige Quintett in a-moll schrieb, eine leichtfüssige Übung ohne allzu große harmonische Überraschungen, dennoch mit Freude an der Invention und Lust am Fabulieren ersonnen. Tänzerisch elegant schweben die Motive ineinander, der Spielwitz des Ensembles Arabesques fügt das seine hinzu, die Hör-Entdeckung mit Gewinn zu vollziehen. 

Das wie ein Doppeltrio für Bläser und Streicher angelegte Sextett in e-moll aus dem Jahr 1900 feiert mit dieser eine wichtige Tonträger-Premiere. Wieder verblüffen die spritzigen Einfälle einer Musik, die vor lauter guter Laune nur so strotzt. 

Im 1903 entstandenen Bläserquintett kommt des Komponisten Vorliebe für barocke Formen und Renaissancemusik deutlich zum Ausdruck. Nicht zuletzt hat ein von Vaughan Williams dem befreundeten Holst vorgestelltes Volkslied der originellen Komposition ihren spezifischen Charakter verliehen. Wie Carsten Dürer im Booklet treffend formuliert, steht auch bei den „Three Pieces“ der „Wille im Vordergrund, das Historische mit Fantasie zu bedenken, um es in die Moderne zu führen.“ Das einzige schon immer bekannte kammermusikalische Werk, das „Terzetto“, ist ein inspiriertes kurzes Werk, ursprünglich für die Besetzung Flöte, Oboe und Viola geschrieben.

Das Ensemble Arabesques, das sich in der vorliegenden Einspielung mit ganzer Kraft und Intensität, großer Spiellust und perfekter Artikulation für die großteils erst spät entdeckten Werke Holsts einsetzt, besteht aus Musikern des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, der NDR Elbphilharmonie und der Hamburger Symphoniker in variabler Besetzung. Zu bewundern sind die Transparenz  im Miteinander und die klangliche Ausgewogenheit der einzelnen „Stimmen“. Eine tolle Ensembleleistung für dem Vergessen entrissene Musik, die dies auch verdient.

Dr. Ingobert Waltenberger

Bereich mit Anhängen

 

Diese Seite drucken