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GRAUPA/ Richard-Wagner-Stätten:“KLASSIK IM SCHLOSS“ MIT DEM STREICHTRIO DER ELBLANDPHILHARMONIE

06.02.2023 | Konzert/Liederabende
Graupa/ Richard-Wagner-Stätten:“KLASSIK IM SCHLOSS“ MIT DEM STREICHTRIO DER ELBLANDPHILHARMONIE – 5.2.2023

 „Auch kleine Dinge können uns entzücken …“ Dieses Lied aus dem „Italienisches Liederbuch“ von Hugo Wolf konnte man oft und gern von berühmten Sängerinnen und Sängern als Zugabe ihrer Liederabende hören – jetzt allerdings weniger, aber an einem der Konzert-Nachmittage in den Richard-Wagner-Stätten Graupa erinnerte man sich unwillkürlich an diesen Satz, als das „international“ besetzte Streichtrio der Elbland Philharmonie Sachsen im ehemaligen Jagdschloss kleine und weniger gespielte Stücke großer Meister meisterhaft interpretierte.

Neben der Pflege des kulturellen Erbes von Richard Wagner, der im damals kleinen Bauerndorf Graupa nahe Dresden während seiner Dresdner Kapellmeisterzeit die Sommermonate verbrachte, sich bei ausgiebigen Spaziergängen im romantischen Liebethaler Grund von der wildromantischen Natur inspirieren ließ und am „Lohengrin“ arbeitete, sind die Richard-Wagner-Stätten auch offen für anderes – und die Besucher auch.

Mit Kompositionen „am Rande“ der bekannten Kammermusikwerke begeisterte das Elbland-Trio mit der 1. Konzertmeisterin Yoko Yamamura-Litsoukov (1. Violine), ihrem Ehemann, Vladimir Litsoukov (Viola) und der Konzertmeisterin Violoncello, Katalin Orbán durch seine Homogenität, Transparenz und besondere Klangschönheit. Tochter Maria Litsoukov moderierte mit jugendlichem Charme und angenehmer Stimme, und so hatte das Konzert fast familiären Charakter und die intime Atmosphäre der Hausmusik – sogar im doppelten Sinn, denn nach dem „Trio Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello (op. 3) von Ludwig van Beethoven erklang der 1. Satz aus Franz Schuberts unvollendet gebliebenem „Trio für Violine, Viola und Violoncello B-Dur“ (D 471), dem ersten seiner zwei Streichtrios. Er musizierte es damals – selbst an der Bratsche – zusammen mit seinem Bruder, Violine und seinem Vater am Violoncello.

Beethovens frühestes Streichtrio hat unverkennbar Mozarts „Divertimento“ als Vorbild, das Beethoven möglicherweise bei seinem ersten Besuch in Wien kennenlernte, aber auch Einflüsse von Haydn sind erkennbar. Wie Mozarts „Divertimento“ hat es, für ein Streichtrio ungewöhnlich, fünf Sätze, darunter zwei langsame Sätze und zwei Menuette. Es wurde mit Frische, Dynamik und Musizierfreude aufgeführt, unterbrochen von einer  kurzen Moderation – auch ungewöhnlich, aber zum Stück passend, vielleicht wegen seiner Länge, die jedoch diesem interessierten Besucherkreis, der den Saal bis auf den allerletzten Platz füllte, gewiss nicht zu lang(weilig) geworden wäre!

Es folgten noch die amüsanten „Variationen über ‘Das Dirndl is harb auf mi’ “ (TrV 109), den „Leidgschwendner Zwoagesang“, von Richard Strauss, komponiert 1882 in München für eine Feierlichkeit des, nicht ganz ernst zu nehmenden, „Harb-auf-mi-Ordens“.

 Für den begeisterten Applaus des Publikums erklang als Zugabe und Reminiszenz an die Stätte der intensiven Wagner-Pflege das, in der Oper vom Chor gesungene, für Streichtrio transkibierte „Treulich geführt“ aus „Lohengrin“, musiziert mit sehr fein geführten Stimmen wie eine zärtliche Begrüßung des Brautpaares, sehr transparent und klangschön und noch hingebungs- und liebevoller als in der Oper. Bei diesem Trio fiel vor allem die Homogenität, Harmonie und schöne Klangfülle auf.

 

Ingrid Gerk

 

 

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