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GRAFENEGG/Festival: Konzert im Wolkenturm –ASMIK GRIGORIAN

06.09.2026 | Konzert/Liederabende

Grafenegg Festival – Konzert im Wolkenturm – 4.9. ASMIK GRIGORIAN

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Foto: Lukas

Wenn die litauische Sopranistin Asmik Grigorian am Programm steht, strömen an die 2100 ins zauberhafte Grafenegg. Umso enttäuschender ist, dass sich der beliebte Publikumsliebling an diesem Abend nur exakt 25 Minuten auf der Bühne am Wolkenturm befindet und nur 2 Arien! präsentiert – trotz großem Jubel ohne eine einzige Zugabe! Vor der Pause wird „Casta diva“ von Bellinis „Norma“ extrem langsam von Orchester und (großartiger) Querflöte eingeleitet und Grigorians zeitweise etwas herbe Timbre erklingt mit ausreichendem Volumen, Stimmkraft und sauberen höchsten Tönen. Im lyrischen Fach fehlt es manchmal an Wärme und Belcanto-Verzierungen, aber herrliche piani-Schlusstöne erzeugen trotzdem gekonnt die zärtlich-wehmütige Atmosphäre der Druiden-Oberpriesterin. Am Konzertende sorgt die Sängerin für den Höhepunkt des Abends mit dem Salome-Finale von Richard Strauss. Hochdramatische Farbenvielfalt zwischen grausamen Fantasiegedanken, hoffnungsloser Schwermut und verletzten Gefühlen werden mit unbeschreiblicher Ausdruckskraft, Inbrunst und emotionaler Tiefe vorgetragen: ihr eindringliches „Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen“ versetzen das Publikum in einen rauschähnlichen Zustand.

Gut zur lieblichen Abendstimmung im sommerlichen Schlosspark passt die symphonische Dichtung „Fontane di Roma“ von Ottorino Respighi. Das Meisterwerk entstand mitten in den grauenvollen Tagen des ersten Weltkriegs, kann aber einen friedlichen Sonnenaufgang mit passenden sanften Tönen („La fontana di Valle Giulia all´alba) über einer heftigeren Atmosphäre eines wilden Tanzes („La fontana del Tritone al mattino“) zu einem Dialog zwischen Vogelstimmen mit intensiven Violinen („La fontana di Trevi al meriggio“) und zuletzt zu gedämpften Glockenschlägen, die wunderschön den Tag im magischen Ambiente („La fontana di Villa Medici al tramonto“) ausklingen lassen. Das Tonkünstler-Orchester unter dem Chefdirigenten Fabien Gabel ist an ihrer exklusiven Spielstätte bemüht, bei Salomes „Tanz der sieben Schleier“ die Spannung zu steigern und bei der Ballettmusik aus der französischen Fassung von „Macbeth“ harmonische Klänge ins Auditorium zu bringen. Besonders der erste Teil wirkt zeitweise etwas hölzern und einheitlich und die Schläger agieren viel zu dominant. Der wilde Hexenritt und der dramatische Spuk im Schluss-Teil gelingen stärker.

Mit „Salome“ op. 100/2, ein eher unbekanntes Werk von der Französin Mél Bonis (1858-1937) wird auch eine Komponistin vorgestellt, die durch abrupte Taktwechsel auffällt und deren Musik wie ein Auftritt einer Ballett-Elevin wirkt.

Nach nicht einmal zwei Stunden (inklusive Pause) endet der Grafenegger Konzertabend und man kommt früher heim, als gedacht.

Susanne Lukas

 

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