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FRANKFURT/ Opernhaus: DIE ZAUBERIN von P.I.Tschaikowski. Ein grosser Tschaikowski-Abend.

12.12.2022 | Oper international

Piotr Iljitsch Tschaikowski: Die Zauberin • Oper Frankfurt • Vorstellung: 11.12.2022

(2. Vorstellung • Premiere am 04.12.2022)

Ein grosser Tschaikowski-Abend

Mit der Produktion von Tschaikowskis «Die Zauberin» bestätigt die Oper Frankfurt ihren Ruf, Raritäten auf hohem Niveau zu pflegen. Und wenn eine Sängerin wie Asmik Grigorian zu Verfügung steht, «muss man diese Oper geradezu machen».

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Foto © Barbara Aumüller

Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter musikalischer Leitung von Valentin Uryupin hat einen ganz grossen Abend. Sein Spiel ist von bei Tschaikowski selten zu hörender Subtilität und Eleganz geprägt, so dass der Klang nie ins Kitschige abgleitet und die einzelnen Gruppen immer bestens wahrnehmbar bleiben. Der typische «Tschaikowski-Sound» mit den tiefen Streichern. Den hervorragendem Chor der Oper Frankfurt hat Tilman Michael einstudiert.

Vasily Barkhatov (Inszenierung) verortet die Handlung, den Konflikt zweier Welten, von Kirche und Staat und Gesellschaft, in einer nicht weiter bestimmten Gegenwart. Die Kirche nutzt ihren Einfluss beim Staat, um die Kunst zu beeinflussen, zu entscheiden, was Kunst ist und was nicht. Das Vorgehen ist in unseren Tagen im ferneren, östlichen Europa nicht unbekannt. Christian Schmidt (Bühnenbild) siedelt Nastasja und ihre Kunst-Galerie «an den Ufern der Oka» an. Der Fürst und seine Familie haben eine städtische Villa als Wohnsitz. Mit der Drehbühne sind hier rasche Szenenwechsel zwischen diesen beiden Welten problemlos. Die Kostüme stammen von Kirsten Dephoff und die Choreografie kommt von Gal Fefferman, das Licht verantwortet Olaf Winter und das Video Christian Borchers.

Asmik Grigorian ist als Nastasja schlicht eine Wucht. Sie gestaltet die Partie vom Anfang bis zum Ende mit überragender Bühnenpräsenz und nie nachlassender Energie. Iain MacNeil ist ihr als Fürst stimmlich ein ebenbürtiger Partner. Grigorians Bühnenpräsenz erreicht er allerdings nicht. Elena Manistina und Verena Rosna ersetzten musikalisch und szenisch die erkrankte Claudia Mahnke als Fürstin. Alexander Mikhailov gibt den Prinzen Juri in bester Heldentenor-Manier. Frederic Jost ist ein Mamyrow / Kudma. Zanda Švēde als Nenila, Božidar Smiljanić als Iwan Schuran, Dietrich Volle als Foka, Nombulelo Yende als Polja, Jonathan Abernethy als Balakin, Pilgoo Kang als Potap, Kudaibergen Abildin als Lukasch, Magnús Baldvinsson als Kitschiga, Alexey Egorov (an Stelle des erkrankten Michael McCown) als Paisi und Aslan Diasamidze als Künstler ergänzen das phänomenale Ensemble.

Ein grosser Tschaikowski-Abend!

Weitere Aufführungen: 14.12.2022, 18.12.2022, 21.12.2022, 30.12.2022 und 08.01.2023.

14.12.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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