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Film; ZOOMANIA 2

Das hohe Lied der Diversity

29.11.2025 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 27. November 2025
ZOOMANIA 2
Zootopia 2  /  USA  /  2025
Regie: Jared Bush
Animation

Das hohe Lied der Diversity

Bei Disney waren Tiere immer schon die Ersatzmenschen. Sie sehen bloß putziger oder interessanter aus, und mit ihnen lassen sich subversive oder auch offensichtlich geframte Geschichten erzählen, die auf menschlicher Ebene wahrscheinlich platt wirken würden. Ja, und lustiger geht es in der Tierwelt auch zu. Alles spricht also für „Zoomania“, das nun nach dem Riesenerfolg von 2016 (Einspielergebnis: eine Milliarde Dollar) eine Fortsetzung erlebt. Und da begibt man sich auf die Jagd nach – Schlangen. Aber nicht alles ist, wie es scheint bzw. dargestellt wird. Man ist recht heutig in der Tierstadt Zootopia, da gibt es auch Fake News…

Da ist also wieder ein wie klassisch anmutender Disney „Zeichentrickfilm“, wie man früher sagte, auch von der Machart ein künstlerisches Meisterwerk, in dem Jared Bush hinreißende Komik, atemberaubende „Action“ und inhaltliche Aussage perfekt kombiniert. Wobei es nicht schwer ist, auf Anhieb die Herzen der Zuschauer zu gewinnen (so kitschig eine solche Formulierung auch klingen mag), wenn da wieder die Häsin Judy Hopps mir ihren unglaublichen Riesenaugen, die Ohren mal hochgestellt, mal angelegt, und der Fuchs Nick Wilde, mit dem Lächeln von jemandem, dem man vielleicht doch nicht trauen sollte, zusammen gespannt sind.

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Ein Polizisten-Paar in der Welt von Zootopia, in der sich alles tummelt, was nur Tier genannt wird – ob Faultier, Biber oder Büffel, Elefant, Luchs oder Pferd, Heuschrecke, Spitzmaus oder Zebra, und man weiß von allen instinktiv, wofür sie auf Menschenebene stehen.

Nach einigen Präliminarien geht es in der Geschichte um – Schlangen, was nicht völlig ohne Risiko ist, da Ophidiophobie oder Angst vor Schlangen ja nicht selten ist. Aber die Zeichner haben es geschafft, diese Tiere einerseits zu verniedlichen, andererseits zu Opfern zu machen, was die Gänsehaut vieler nach und nach abschwellen lässt. Schlangen soll es nämlich in Zootopia nicht geben, in der Rückblende sieht man, wie sie einst um ihre Errungenschaften betrogen und in einen Untergrund getrieben wurden (was auf der Menschenebene ihre historischen Parallelen hat…)

Nun, unser Häsin / Fuchs-Paar, deren Mimik an Meisterschauspieler erinnert, rasen durch Wüsten, Schneelandschaften  und klettern Berghänge hinauf – und rehabilitieren sie und geben ihnen ihren Platz in der Gesellschaft wieder. Natürlich erst nach allen nur möglichen Turbulenzen, die teilweise himmelschreiend komisch sind. Wunderbar für Kinder –  und für Erwachsene, die besonderen Spaß an den parodistischen Zitaten vieler Filme haben, die hier in optischen Motiven oder flotten Sprüchen  auftauchen.

Disney ist in den letzten Jahren mit seinen „Menschen“-Filmen ins Wanken geraten, weil man sich dort dermaßen der woken politischen Korrektheit verschrieben hat, dass man absolut alberne Besetzungs- und Handlungsentscheidungen getroffen hat, die manch einen Film ruinierten. Mit dem Zeichentrick geht alles ganz leicht. Wenn man hier die Diversity predigt, friedliches Nebeneinander des Verschiedenen, ist das angesichts der zahllosen Tiere möglich, die Schlangen werden geradezu herzig integriert, Friede, Freude, Eierkuchen.

Und wenn sich Häsin und Fuchs am Ende ihre Liebe gestehen – das könnten die besten menschlichen Darsteller nicht hinreißender machen. Bei dieser Gelegenheit wird mit einer weiteren Fortsetzung gewinkt – nur zu!

Renate Wagner

 

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