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Film: ZAUBERHAFTE SCHWESTERN 2

Das Hexen-Einmal-Zwei

10.09.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 10. September 2026
ZAUBERHAFTE SCHWESTERN  2
Practical Magic 2  /  USA  /  2026
Regie: Susanne Bier
Mit: Sandra Bullock, Nicole Kidman, Stockard Channing,  Dianne Wiest u.a.

Das Hexen-Einmal-Zwei

Eine Fortsetzung nach 28 Jahren – das zeugt von Vertrauen. Vertrauen in eine Geschichte und in die Protagonisten, die sie einst getragen haben. Wer in seiner privaten Videothek übrigens eine DVD des ersten Films, der „Zauberhaften Schwestern“ von 1998, findet, kann sich diesen ruhig ansehen. Er wird sich weder die Erinnerung noch die Gegenwart zerstören, sondern eigentlich bewundern, wie genau die Motive von einst weiter geführt wurden und wie viele amüsante Referenzen es zu dem ersten Film gibt (etwa, wenn die Hexendamen in einer Szene wieder mit ihren schwarzen Schirmen herumschweben, als wären sie Mary Poppins…)

Was im Original „Practical Magic“ heißt (die quasi freundlichen Hexenkünste von ansonsten scheinbar normalen Frauen), hat in diesem Fall sogar einen besseren deutschen Titel. Denn um die „Schwestern“ geht es – ein Motiv, das immer schon da war, als einst zwei Tanten ihre beiden Nichten bei sich aufnahmen, von denen die eine dann zwei Töchter bekam, im ersten Film noch kleine Mädchen, im nunmehrigen Film erwachsen – die „Sisterhood“-Gefühle bleiben.

Dass eine der beiden Töchter in ernste Schwierigkeiten gerät, lässt die einstigen Heldinnen Sally und Gilly (sie sind es übrigens noch immer, die Heldinnen des Films nämlich) zwecks Rettung aufbrechen. Dass vieles an dem Film ein bißchen dümmlich erscheint, muss nicht stören, es gibt ja schließlich keine Hexen, und wenn man auf der Leinwand ein bißchen an sic glaubt, so weiß man doch, dass das Ganze überhaupt nicht ernst gemeint sein kann… und genau so hat die dänische Regisseurin Susanne Bier es auch inszeniert.

Die zauberhaften Schwestern waren vor 28 Jahren (das ist der satte Zeitsprung um eine Generation) schon Sandra Bullock und Nicole Kidman. Zu diesem Zeitpunkt große Stars, während man sie heute nur selten sieht, wohl aber nicht vergessen hat. Damals waren sie in ihren schönsten Dreißigern, heute kratzen sie an den Sechzigern, und, wie das mit Frauen von heute so ist, man sieht ihnen das Alter nicht an, im Gegenteil, sie gleichen ihrem Jahrzehnte jüngeren Selbst erstaunlich. Wobei Chirurgen oder Botox-Behandler bei Nicole Kidman schonender gearbeitet haben als bei Sandra Bullock, die eine gewisse Starrheit des Gesichts nicht mehr weg bekommt – aber was die beiden nach wie vor haben, ist ihr Charisma, ihre in allen Genres bewährte Schauspielkunst und in diesem Fall auch die Chemie zwischen ihnen. Und natürlich Humor und Selbstironie.

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Bullock als die ernsthafte Schwester, die von ihren Hexenkünsten nichts wissen will, und Kidman als die immer lustige, leichtfertige, gehen wieder mit vollem Animo und Charme in ihr Schwestern-Abenteuer, das so viel über die Verbindung von – ja, eben Schwestern erzählt, wenn sie sich denn lieben und nicht gegenseitig die Augen auskratzen.  

Wobei die „Tanten“ des ersten Films ja auch noch da sind – ein bißchen tränenreich verabschiedet sich Dianne Wiest ziemlich bald ins Jenseits, während die coolere von beiden, Stockard Channing, noch da bleiben darf, bis – na, das sieht man selbst.

Und da sind noch die beiden Töchter: Kylie (Joey King) bricht nach England auf, um die Hexenmagie der Familie zu erforschen (bekanntlich bringen die Damen des Hauses ja ihren Männern den Tod, weil Uroma vor ihrer Hexen-Hinrichtung die Männer verflucht hat). Sie will ihren Liebsten (Xolo Maridueña), der nach einem Unfall  im Spital liegt, unbedingt retten. Dort passt ihre Schwester Antonia (Maisie Williams) auf ihn auf, die praktischerweise Krankenschwester ist (aber mit ihrer Rolle den Schwarzen Peter gezogen hat).

Weil Sally und Gilly  Kylie hinterher rasen, müssen sie in London einen ziemlich verrückten, aber auch ziemlich sympathischen Magier finden (Lee Pace macht gute Figur und zeigt viel Selbstironie), damit es für die ernste Sally wieder einmal ein Happyend gibt (den Freund des ersten Films hat sie offenbar verloren). Und Solly McLeod, der zuerst so sympathisch wirkt, darf dann Schrecken verbreiten und damit die ganzen Hexenkräfte der zauberhaften Schwestern hervorholen.

Ja, sie bringen es noch, die Sandra Bullock und die Nicole Kidman, und wer ein bißchen Sinn für Esoterik-Unsinn mit viel Humor hat, wird es nicht bereuten, den beiden wieder zu begegnen. Sie machen nie den Fehler, sich und das Ganze ernst zu nehmen.

Renate Wagner

 

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