Filmstart: 1. Oktober 2026
VERITY – DUNKLE GEHEIMNISSE
Verity / USA 2026
Regie: Michael Showalter
Mit: Anne Hathaway, Dakota Johnson, Josh Hartnett u.a.
Klassische Thriller-Routine
mit Romanzen-Schmalz

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist nicht unglaubwürdig. Wer sich in der Buchbranche ein bißchen auskennt, der weiß, hinter wie vielen Werken, die sich mit einem berühmten Autorennamen schmücken, die Knochenarbeit von Ghostwritern steht. Und dass Verlage alles tun, um Erfolgsserien nicht abreißen zu lassen, ist auch bekannt.
Wenn also eine junge, begabte, aber noch gar nicht bekannte Autorin das Angebot erhält, die Erfolgsserie einer Berühmten weiter zu schreiben, die „verhindert“ ist, wird sie es annehmen – zumal Jeremy, der Gatte dieser Verity Crawford, in Gestalt des exzellenten Josh Hartnett, mit geradezu schmelzendem Dackelblick darum bittet (keine Frage, dass da eine Romanze bevor steht).
Also zieht Lowen Ashleigh in Gestalt der „Fifty Shades of Grey“ Dakota Johnson (ein bißchen glatt, aber nach konventionellen Begriffen schön) in das opulente Landhaus der Crawfords im waldreichen Vermont ein.

Dort stellt sich dann heraus, dass Verity Crawford nach einem schweren Autounfall leblos im Rollstuhl sitzt – und Anne Hathaway kann sowohl ihre Wandlungsfähigkeit wie in den Rückblenden ihre lebendige Schönheit präsentieren.
Denn nun geht es damit los, die Familiengeheimnisse nach und nach aufzublättern, wie sie in der Vorlage, dem Trivialroman gleichen Namens von Autorin Colleen Hoover, stehen. Ein Überraschungseffekt nach dem anderen, die Figur von Verity wird fragwürdig, man erfährt von Morden in der Vergangenheit (und später wird auch noch gemordet…)
Aber da gibt es noch den literarischen Aspekt. Wie viel von dem, das in Veritys Romanen steht, ist echt und was ist Fiktion? Hat sie sich so sehr in ihre Figuren verwandelt, dass ihr Verstand umgekippt ist? Und falls sie, wie Lowen vermutet, ihre Krankheit der Mitwelt nur vorspielt – warum?
Also die üblichen Geheimnistuereien in Romanen dieser Art, und die übliche Überraschungslösung, die schließlich noch in ein gruseliges Open End mündet… das ist ein von Michael Showalter routiniert inszenierter Hochglanz-Thriller, wie er im Buch steht, schöne Menschen in schöner Umgebung, aber immer in einer Atmosphäre der Unsicherheit, die Spannung aufrecht erhält. Und die darstellerischen Leistungen, zumal der immer begegnenswerten Anne Hathaway, sind sehenswert.
Renate Wagner

