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Film: THE UPRISING – FÜR DIE FREIHEIT

Das deprimierende Mittelalter

10.09.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 10. September 2026
THE UPRISING – FÜR DIE FREIHEIT
The Uprising / USA, GB  / 2026
Buch und Regie: Paul Greengrass
Mit: Andrew Garfield, Jamie Bell, Cosmo Jarvis, Woody Norman u.a.

Das deprimierende Mittelalter

Früher waren Mittelalter-Filme einfach – schön. Mit edlen Rittern (außer den Bösewichten, aber die waren wenigstens elegant), hinreißenden Damen, Turnieren, farbiger Kostümpracht. Alles verlogen, klar, aber im Grunde ersprießlicher als das, was man uns heutzutage vermutlich wahrheitsgetreuer erzählt. Gewalt, Brutalität, Unterdrückung, Mord. So geschehen beim historischen englischen Bauernaufstand von 1381, den Regisseur Paul Greengrass in dem Film „The Uprising“ nun über zwei Stunden auswalzt.

Es geschah zur Zeit von König Richard II., den wir von Shakespeare her kennen, der über ihn in seinem Königsdrama allerdings auch kein freundliches Wort verliert. Tatsächlich war Richard, dessen Vater vor seinem Vater gestorben war, worauf das Kind Richard nach dem Tod des Großvaters auf den Thron gehoben wurde, sehr zum Grimm seiner Onkeln, ein unglückselig schwacher König, damals völlig in den Händen seiner Berater. Diese beschlossen (aus ihrer Sicht nicht dumm), für die großen Geldsummen, die man benötigte, weder die Kirche noch den Adel zu belästigen, sondern die armen Leute auf dem Land, die Bauern.

Schier endlos muss man zusehen, wie die Geldeintreiber des Königs ihre unglückseligen Untertanen schlugen, mißhandeln, die Frauen demütigen, ja, auch töteten, nur um den letzten Penny aus ihnen, die zumal nach der vorangegangenen Pestepidemie nichts mehr hatten,  heraus zu pressen. Eine leichte Übung, wie es schien, wenn man Soldaten gegen hilfloses Landvolk einsetzen konnte.

Aber dann erhob sich einer, der einfache Bauer Ploughman, der Frau und Kinder in der Pest verloren hatte und das Gemetzel von des Königs widerlich übergriffigen Leuten nicht mehr ansehen konnte. Und einem entschlossenen Mann folgen viele – den Rest des Films begleitet man ihn und seine profiliertesten Gefährten, Wat Tyler und dem aus der Kirche ausgestoßenen Prediger John Ball, auf dem Marsch nach London. Und dabei geht es genau so blutig und brutal  zu, wie sie es von den Leuten des Königs gelernt haben…

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Andrew Garfield, immer so sympathisch, aber doch nicht der ideale Spider-Man (weshalb er auch ausgetauscht wurde), hat man noch nie so eindrucksvoll gesehen wie hier. Gewiß, er hat nicht viel mehr zu spielen als die gerechte Empörung und schließlich die eiserne Entschlossenheit zum Widerstand, aber das macht er sehr stark. Ihm zur Seite Jamie Bell und Cosmo Jarvis. die beide im Lauf der Handlung  ums Leben kommen.

Regisseur Paul Greengrass (mit Wackelkamera unterwegs, die als sein Markenzeichen gilt), kann gar nicht genug tun, die Mächtigen als korrupte, grausame, sadistische Bösewichte zu zeigen. Dennoch ist das Porträt des Kind-Königs Richard sehr interessant  – der sehr jung wirkende Woody Norman spielt ihn mit einer Hochmutsmiene, die er sich quasi als Maske aufsetzt, während darunter Unsicherheit und Ängste lauern. Dafür gibt es jeden Grund, wenn der Bauernaufstand zu einer echten Bedrohung wird und er am Ende gar vor dem Ploughman am Boden liegt, der ihm das Schwert an den Hals hält…

Da trägt der bereits mit seinen Männern als Guerilla in den Wäldern lebende Revolutionär eine Art von grüner Kapuze, und da fiel jemanden ein, man könne die durch und durch tragische Geschichte damit aufputzen, dass man sie als „Robin Hood“-Story verkaufte, was sie absolut nicht ist. Das gab in England viel Wirbel, der ja immer auch Publicity ist. Aber man hätte sich besser daran erinnert, dass es vor ein paar Monaten „The Death of Robin Hood“ im Kino gab, gestrickt nach demselben grottendüsteren Muster des hässlichen Mittelalters, und dass dieser Film an den Kassen total floppte. Was man, so steht zu befürchten, auch hier erleben könnte.

Renate Wagner

 

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