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Film: THE END OF OAK STREET

Die Dinos im Garten…

13.08.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 13. August 2026 
THE END OF OAK STREET
USA  /  2026
Drehbuch und Regie: David Robert Mitchell
Mit: Anne Hathaway, Ewan McGregor u.a.

Die Dinos im Garten…

Seit Steven Spielberg mit Jurassic Park die Dinosaurier auf die Leinwand gebracht hat (und das ist immerhin 33 Jahre her), sind sie – weil sichere Kassenfüller – von dort nicht mehr verschwunden. Periodisch gibt es irgendwelche Hochglanz-Fortsetzungen, in denen meinst Wissenschaftler auf irgendwelchen exotischen Inseln auf Dino-Suche gehen, in Lebensgefahr geraten und nur mit letzter Mühe gerettet werden. Das ist Routine.

Dass Dinosaurier in einer an sich idyllischen amerikanischen Vorstadt-Siedlung auftauchen und ganz normale Menschen bedrohen könnten – darauf ist erst Regisseur David Robert Mitchell gekommen, der sich diese Geschichte auch ausgedacht hat. An sich eine seltsame Idee – Dinos im Garten. Wo kommen die denn her? kann man nur denken. Arbeitet man sich aber an der Bedrohung ab, wie der Film es tut, wird es zu einer Survival-Story, die den Kinobesucher in Schockstarre versetzt, wenn er denken müsste, dass sie ihm passieren könnte… (Tut es nicht, keine Angst.)

Eine typische Straße, hier heißt sie Oak Street, in einem Vorort einer großen Stadt in Kalifornien. Breite Straße, baumbepflanzt,  links und rechts hübsche Häuser mit Vorgarten und Garageneinfahrt für mindestens zwei Autos. Eine weiße Bevölkerung hat zwar gelegentlich Streit miteinander, aber was soll’s, es gibt Schlimmeres. Und zwar bald.

Allerdings spielt das nicht heute, sondern in den achtziger Jahren. Es fällt auf, dass Regisseure / Autoren öfter in eine „gute alte Zeit“ flüchten – nämlich jene ohne Digitalisierung, als Smartphones und Social Media noch nicht die Welt übernommen hatten.

Wie würde ein heutiger Jugendlicher reagieren, wenn ein Dinosaurier vor ihm auftaucht? Handy zücken und den Film möglichst schnell ins Netz stellen – auch wenn er gefressen wird, weil er vergißt, davon zu laufen… (Um die Wahrheit zu sagen – auch in den achtziger Jahren wurde fotografiert, allerdings mit einer Polaroid-Kamera, falls man noch weiß, was das war.)

Die Bewohner der achtziger Jahre (die Autos waren unverkennbar, neben kleinen Fernsehapparaten spielt das Kofferradio noch eine Rolle, und man schreibt noch auf Schreibmaschinen, wenn auch elektrischen) reagieren jedoch richtig, wenn die Katastrophe naht – sie schreien vor Entsetzen und laufen davon. Um zu merken, dass Oak Street plötzlich von seltsamen Wäldern umgeben ist…

Im Gegensatz zu den heldenhaften oder auch komischen Kunstfiguren, die die üblichen Abenteuerfilme (ob um Dinos, ob um andere Monster) bevölkern, hat sich David Robert Mitchell hier gewissermaßen echte Menschen ausgedacht, das Ehepaar Denise und Greg Platt, mit Nachwuchs Brian und Audrey (Christian Convery und Maisy Stella. Beide überzeugend),  zwei Teenagern, die keine kleinen Kinder mehr sind. Einen Hund haben sie natürlich auch.

David Robert Mitchell konnte mit Anne Hathaway und Ewan McGregor nicht nur prominent, sondern auch sehr gut besetzen. Man merkt ihnen allen an, dass es mit der Harmonie nicht sehr weit her ist. Keiner der Eltern konnte offenbar seinen Lebensplan verwirklichen, sonst würde ein Mann im mittleren Alter nicht sein Geld damit verdienen, Pizza auszufahren, und eine Hausfrau würde ihre heimlichen Wünsche nicht im Keller verwirklichen, wo sie an einem Roman schreibt. Am Ende, so viel sei verraten, liegt ein Buch mit dem Titel „The End of Oak Street“ vor ihr…

Bis dahin ist allerdings ein langer Weg. Vom Alltag bis zu den seltsamen Vorzeichen, auf einmal ist die Oak Street nicht mehr, was sie war, sondern durch einen Lichtblitz auf Zeitreise geschickt   – und dann sind sie da, die Dinosaurier, und marschieren herum, kleinere und furchterregend große, solche, die durch die Luft fliegen, und jedenfalls von der Sorte, dass Menschen kaum eine Chance gegen sie haben. Dennoch versucht eine Familie in engem Zusammenhalt alles, um zu überleben… aber Flucht scheint unmöglich, und wie bekämpft man solche Geschöpfe, selbst wenn eine Schrotflinte auftaucht? Im übrigen muss sich der Zuschauer daran gewöhnen, dass man – es ist ja auch ein Sci-Fi-Film – zwischen den Zeitebenen hin- und herflutscht, weil es diesbezügliche „Löcher“ gibt.

Man sieht eine Menge Dinos, um derentwillen viele Leute ins Kino gehen werden, und dieses Publikum  erschrickt dann auch nicht, wenn Menschen gefressen werden und Körperteile durch die Luft fliegen (das erwartet man schließlich). Das ist geschickt gemachter (oft auch mit Andeutungen spielender) klassischer Kinohorror zum Fürchten, nur dass man diesmal mit den Ängsten der Familie wenn schon nicht mitfiebert, so doch Anteil nimmt. Denn Hathaway und McGregor spielen samt der Kids die Klaviatur des Entsetzens schlechtweg brillant auf und ab.

Dass man keine genaue Erklärung bekommt, woher die Dinos kommen (Experimente der US-Forscher? So wie das Corona-Virus angeblich aus chinesischen Laboren kam?) oder (wieso?) eine Zeitverschiebung der Menschen in die Dinosaurier-Zeit?

Wie dem auch sei, die Flucht vor dem ultimativen Schrecken mag manchmal ein wenig einförmig drin, aber letztendlich ist es der „Echtheits-Touch“, der für den Film einnimmt. Das Ende ist vielleicht ein bißchen seltsam, aber was ist nicht seltsam, wenn es um einen Dinosaurier-Horror geht?

Renate Wagner

 

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