
Filmstart: 13. August 2026
STECKERLFISCHFIASKO
Deutschland / 2026
Regie: Ed Herzog
Mit: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp u.a.
Von Fiasko keine Spur
Wenn dies innerhalb von 13 Jahren schon der zehnte Eberhofer-Krimi auf der Filmleinwand ist, stellt sich die Frage, ob Autorin und Regisseur noch immer etwas eingefallen ist. Die Antwort ist ein schrankenloses Ja. Rita Falk hat mehrere Handlungsstränge mit alten und für dieses „Abenteuer“ neuen Figuren verknüpft, und Regisseur Ed Herzog wirkt keine Sekunde wie ein müder Routinier, sondern wie einer, der nach wie vor Spaß an der Sache hat.
Der Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel ist der Inbegriff der Figur) ist so phlegmatisch wie eh und je – außer die Tochter des ermordeten „Steckerlfischkönigs“ taucht auf und ist so schwarzhaarig, schön und verführerisch wie möglich (Ruby O. Fee), da zeigt er Interesse…
Freund Rudi Birkenberger (unentbehrlich: Simon Schwarz) ist auf Anhieb als langhaariger Sandler im Fetzengewand nicht zu erkennen – er experimentiert, ob man ohne Zivilisation (also auch ohne Dusche) auskommen kann, was ihn zu einem Geruchsproblem macht. Seine Fähigkeit, Fälle zu lösen, ist ungebrochen, also dankt man ihm an Ende die Erkenntnis. wer der Täter war.
Mit dem geradezu mafiösen Familienclan der Familie Dottinger brechen ein paar ganz verdächtige Figuren in unserem (fiktiven) bayerischen Dorf Niederkaltenkirchen ein.
Weil die Oma (Enzi Fuchs) kurzfristig in ein Seniorenheim geht (sie kommt am Ende zurück, „dort sind ja nur alte Leute!“), zieht eine ungarische Haushaltshilfe ein, und da bekommen Papa (hinreißend wie eh und je: Eisi Gulp) und Bruder Leopold Eberhofer (Gerhard Wittmann) ihrerseits ganz große Augen.
Weitere Turbulenzen in der Familie: Susi (Lisa Maria Potthoff) will Bürgermeisterin werden und ist im Wahlkampf nicht zimperlich. Der Sohn, den sie und Franz haben, ist mittlerweile ein hinreißendes Schulkind geworden (Pelle Küffner), ein jugendlicher Naturschützer und passionierter Ballett-Tänzer, bitte mit Tütu: Falk und Herzog wollten sich wohl nicht vorwerfen lassen, auf die Trends der Zeit nicht einzugehen…
Weil die Saufkumpanen des Franz, sein „Hilfs-Sheriff“ und sein Ex-Chef ja auch noch zum Personal gehören, kommen alle – und sei es noch so kurz – auch vor.
Fazit: Man fühlt sich wieder so richtig wohl in dieser Welt. Das Steckerlfisch-„Fiasko“ ist keines, sondern ein Vergnügen.
Renate Wagner

