
Filmstart: 15. Oktober 2026
SACRIFICE
USA / 2025
Drehbuch und Regie: Romain Gavras
Mit: Chris Evans. Anya Taylor-Joy, Vincent Cassel, , John Malkovich. Salma Hayek u,a,
Und was war das jetzt?
Es beginnt so mystisch-geheimnisvoll, als bekäme man gleich einen abgehobenen Science-Ficton-Film vorgesetzt oder mindestens etwas, das an die schaurigen Rituale in „Indiana Jones“ erinnert. Eine hysterische Blondine, die Joan heißt und mit Stirnfransenfrisur aussieht, als sollte sie die Heilige Johanna spielen, faselt angesichts der toten Mutter von Vulkanen und Weltuntergang…und will ihren Teil dazu beitragen.
Doch dann kommt man – ein harter Schnitt – auf die Erde, ganz heutzutage, wo sich ein Filmstar nachhaltig mit seinem Kopfhaar befasst und meint, die Implantation sei doch nicht ganz geglückt…
Man kann sich vorstellen, dass Regisseur Romain Gavras, Sohn von Costa-Gavras, der im Goldenen Buch des Films steht, sehr stolz darauf ist, was ihm für diesen seinen ersten englischsprachigen Film eingefallen ist. Dabei gehört es doch zu den Lieblingsthemen, eine Gesellschaft der Reichen und Schönen überfallen zu lassen (Bunuel tat es schon in „Der Würgeengel“), Terror gegen High Society, wobei letztere natürlich total satirisch (vielleicht auch kritisch gemeint?) vorgeführt wird. Allerdings gebärden sich hier auch die Terroristen gleicherweise als Verrückte, deren Mischung aus Weltuntergang und Weltrettung keinen Hauch von Echtheit hat. Das macht es für den Zuschauer schwierig, der Dramaturgie der Geschichte zu folgen.
Also, die Reichen und Schönen, die sich auf einer griechischen Insel versammeln und auf Einladung des Milliardärs Braken zu einer Gala erschienen sind, um „die Welt zu retten“, sind natürlich recht minderwertig. Voran der Gastgeber selbst, weil er (Glatzkopf, also an Jeff Bezos erinnernd) angeblich auch die Welt retten will, indem er allerdings künftig die Meere ausbeutet…
Der Miesling ist bei Vincent Cassel in den besten Händen. Dass Salma Hayek die Mini-Rolle seiner Gattin übernimmt, erinnert daran, dass ihr „Frida“-Triumph auch schon fast ein Vierteljahrhundert zurück liegt und nichts Besseres nachkam. Da nimmt man, was man bekommt.
Hauptfigur auf der „Reich und Schön“-Seite ist ein im Moment abgewrackter Filmstar namens Mike Tyler, derzeit von den Sozialen Medien verfolgt und infolgedessen völlig aus der Balance. Was er in der Folge alles tut, um Aufmerksamkeit zu erregen, ist ziemlich haarsträubend, wenn es Chris Evans (der ja schon als „Captain America“ kein wirklich starker Held war) auch gelingt, aus dieser permanenten Unsicherheit eine Art Charakterstudie zu machen.
Auf der anderen Seite ist Anya Taylor-Joy mit vor allem stechendem Blick die blonde Öko-Terroristin, die der eigene Vater (John Malkovich taucht später im Film als solcher auf) für verrückt erklärt. Immerhin verlangt sie, dass drei Menschen (darunter Tyler, Braken und eine nicht sonderlich bedeutende Dame) als Opfer auserwählt werden, mit dem Schicksal, im Schlund eines kochenden Vulkans zu landen. Wer dann wirklich geopfert wird, soll nicht verraten werden, aber es macht den Film weder besser noch einsichtiger.
Tatsächlich hat die Kritik ziemlich unisono moniert, dass man keine Ahnung hat, was der Regisseur mit dem Film eigentlich wollte, und diesem Urteil kann man sich leider nur anschließen. Wer „Gavras“ sagt, wird noch lange Papa Costas und nicht Sohn Romain meinen…
Renate Wagner

