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Film: MUTINY

Old Schol Jason-Action

24.08.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 27. August 2026 
MUTINY
USA, GB  /  2026
Regie:
Jean-François Richet
Mit; Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland Møller u.a.

Old Schol Jason-Action

Wer „Mutiny“, also „Meuterei“, hört, wird vielleicht an die „Bounty“ denken, aber einen so klassischen Psychothriller (wo sich auf der Leinwand die Schiffsmannschaft erst gegen Humphrey Bogart, in einer späteren Verfilmung gegen Anthony Hopkins auflehnte) bekommt man hier wahrlich nicht. Von einer richtigen Meuterei kann auch nicht die Rede sein, selbst wenn der Film zum größten Teil auf einem Schiff – allerdings einem glanzlosen Cargo-Tanker – spielt.

Wenn der Held am Ende die Mannschaft ausradiert hat (immerhin 20 Mann), darf einen das nicht wundern, denn es handelt sich hier schließlich um ein Jason Statham-Vehikel. Lange als „Bruce Willis für Arme“ verspottet, ist er nun – da es Bruce Willis ja leider nicht mehr gibt – längst nicht mehr der Ersatz, sondern der Action-Held an sich, dem man jede Härte, Brutalität und Entschlossenheit glaubt.

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Er sieht auch aus wie Willis, ist nur nicht so witzig wie dieser es war, sondern hat sich Film für Film ein schweigsames, zurückhaltendes Image zugelegt, was durchaus gut ankommt. Eines weiß man bei ihm jedenfalls sicher – er steht auf der richtigen Seite, wenn seine Mittel auch jenseits des Strafgesetzbuchs angesiedelt sind. Er ist der Supermann, der immer trifft und selbst nur minimale Schrammen davon trägt… gewissermaßen eine Comic-Figur in Menschengestalt.

Hier lernt man ihn als Cole Reed kennen, in Bangkok tätiger britischer Leibwächter von Tibu Campallo (Ramon Tikaram), dem Besitzer eines milliardenschweren internationalen Tanker-Impteriums. Er hat dem sympathischen älteren Herrn einmal das Leben gerettet, seither gehört er für diesen zur „Familie“, nur der eigene Sohn (Chaneil Kular) steht diesem näher. Reed und und der Tycoon mögen sich ehrlich, spielen Schach miteinander, und Reed tut alles, um ihn zu beschützen.

Was natürlich nicht gelingen kann, wenn mächtige Feinde offenbar ebenso mächtige finanzielle Interessen haben. Cole kann seinen Chef nicht retten, als es aus einer Falle kein Entkommen gibt. Und weil er für die Feinde natürlich genau so gefährlich ist, wird er als Mörder seines Chefs bezeichnet und gehetzt.

Der Thriller, den der französische Regisseur Jean-François Richet abliefert, ist so gut, wie er es bei einem Drehbuch voll von Löchern nur sein kann. Man weiß nicht, warum Cole ausgerechnet auf das „Artemis“-Schiff geht, dessen Kapitän (der interessante dänische Schauspieler Roland Møller) einen scheinbar seriösen Eindruck macht – aber man wundert sich nicht, dass sich das als schwerer Irrtum herausstellt.

Auch ein absolutes Loch in der Logik ist die Figur der als Schiffsmaat tätigen Angie. Annabelle Wallis ist blond und sympathisch und bald auf Coles Seite, aber im Grunde hat sie nur die Funktion, dass es eine Frauenrolle in dem Film geben muss, wenn auch für Romantik gar keine Zeit ist.

Im Zentrum steht die Tatsache – und das ist als Drehbuch-Element so abgegriffen, dass es nicht als Spoiler bezeichnet werden kann, wenn man es „verrät“ -, dass Cole in einem verschlossenen Raum eine Handvoll unglücklicher Thailänder findet, die hier zwecks Menschenhandels transportiert werden. Von nun an gibt es das tödliche Katz-und-Maus-Spiel (Cole macht keine Gefangenen) zwischen ihm und der bösen, bösen Besatzung des bösen, bösen Kapitäns.

Der hält  am Ende noch für eine Kampfszene mit Cole her, die (mit Messer und auch Hacke und Harpune teils auf einer schwankenden Brücke) alle Stückeln spielt. Das ist das Geheimnis dieser Filme – dass man der ultimativen Brutalität nicht nur mit Spannung, sondern durchaus auch mit einigem Vergnügen zusieht… Gekonnt ist gekonnt!

Nachdem auch die US-Navy (mit einem souveränen schwarzen Kapitän: Adrian Lester, eigentlich ein Shakespeare-Schauspieler!) einen ehrenvollen Auftritt hatte, darf Cole zurück nach Bangkok, um seinen Rachefeldzug zu Ende zu bringen. Als der „Bösewicht“ (man kannte ihn in Gestalt von Jason Wong ohnedies) versucht, sich mit Geld los zu kaufen, „Was willst du?“ schreiend, ist die brutal-trockene Antwort „Vengeance!“ Und Jason Statham hat wieder einmal der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen und einen schlicht-altmodischen Action-Knaller mit Leben erfüllt.

Renate Wagner

 

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