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Film: GEISTERVILLA

26.07.2023 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 27. Juli 2023  
GEISTERVILLA
Haunted Mansion  /  USA  /  2023
Regie: Justin Simien
Mit: Rosario Dawson, Owen Wilson, LaKeith Stanfield, Danny DeVito u.a.

„Barbieheimer“ bzw. „Oppenbarbie“ werden wohl noch einige Zeit lang die Kinobesucher anziehen. Aber Disney versucht eine Woche danach mit einem Teenager- und Familienfilm zu punkten, der ein bisschen Humor und ein bisschen Gruseln verbindet. Das Sujet des „verfluchten“ Hauses ist sowohl in jedem Disney-Park eine viel besuchte Attraktion wie auch so alt wie das Kino selbst und hat nicht allzu viele Variationen. Immerhin, man versucht es.

Da die Geschichte in den amerikanischen Südstaaten spielt, ist ein Teil der Besetzung farbig, was dem Trend entspricht – Mutter Gabbie (die attraktive Rosario Dawson) und Sohn Travis (Chase W. Dillon, der jugendlichen Kummer hat), die in eine bei Tageslicht wirklich verführerisch schöne Villa einziehen, merken bald, dass hier „Geister“ hausen. Unter den Geisterjägern, die von der Mutter engagiert werden, ist ein höchst sympathischer junger PoC (LaKeith Stanfield als Ben mit parapsychologischen Fähigkeiten), der sich am Ende auch für ein Happyend eignet, sprich Ehemann und Vater nach Wunsch sein wird. Wir sind bei Disney, hier wird auf jeden Fall das hohe Lied der Familie gesungen.

Bis  zum glücklichen Ende geht es darum, dass Gabbie einfach alles an „Fachleuten“ zusammen fängt, die sich zumuten, mit den Geistern in der Villa fertig zu werden. Und da ist eine Handvoll Komödianten am Werk, denen man anmerkt, wie viel Spaß sie an der Sache (oder soll man „an dem Blödsinn“ sagen?) haben.

Vor allem Danny DeVito als der Historiker Bruce, Wiedersehen nach langer Zeit und die altbekannte Energiebombe, und Owen Wilson, weiße Haare, schwarzer steifer Hut, als der Priester Kent, der sich scheinbar das Lachen nicht verkneifen kann.

Urkomisch ist Tiffany Haddish als Harriet, ein Medium, das viel hermacht, und der erwähnte Ben, der wahre emotionale Sympathieträger der Geschichte,  gehört auch noch zum Quartett der Geisterjäger, die gelegentlich das Hautgout der Ghostbusters verbreiten.

Man darf sich von der Geschichte nicht viel erwarten, auch wenn es eine unnötig komplizierte Erklärung für die Geistererscheinungen gibt. Die Effekte lassen einen nicht wirklich zusammen zucken, Regisseur  Justin Simien hatte von Disney wohl nur den Auftrag, einen Familienfilm zu drehen, nicht wirklich gruselig, wenn auch mit vielen Effekten, oft lustig gemeint und dann auch mit „menschlichen“ Sequenzen (voran um den Jungen).  

Dennoch – das Format für einen echten Blockbuster hat diese „Geistervilla“ nicht, sie tümpelt im sympathischen Mittelmaß herum.

Renate Wagner

 

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