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Film: DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN

Alles gewollt, nichts erreicht

04.08.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart:  6. August 2026 
DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN
Dreams  /  USA, Mexiko, 2025
Drehbuch und Regie: Michel Franco
Mit: Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell

Alles gewollt, nichts erreicht 

Das Filmplakat zeigt eine schöne Rothaarige, die offenbar mit einem etwas jüngeren Latin-Lover-Toy-Boy turtelt. Der Titel verspricht nicht nur Dreams, also Träume, sondern auch „Gefährliches Verlangen“. Das klingt nach romantischer Liebe, möglicherweise mit einem Hauch Krimi-Spannung?

Wer mit diesen Erwartungen ins Kino geht, ist einem glatten Etikettenschwindel auf den Leim gegangen. Es gibt zwar eine Menge Sex, der übrigens nicht reizvoll dargeboten wird, sondern eigentlich nur Gier beinhaltet. Im übrigen wollte der mexikanische Regisseur Michel Franco alles an Themen und gnadenloser Kritik einbringen, was ihm zu Thema USA und Migranten nur einfiel. Schon der Beginn des Films zeigt, wie ein Last-Container einsam auf der Landstraße steht, bevor irgend jemand erschöpfte Menschen herauskollern lässt, die offenbar illegal aus Mexiko nach Texas angereist sind…

Und dann wandert unser hübscher mexikanischer Held offenbar tatsächlich zu Fuß nach San Francisco, was nicht eben nahe ist. Aber sein Traum ist es, hier Tänzer zu werden. Und er erwartet von seiner Geliebten Hilfe, denn diese – Mitglied einer millionenschweren, scheinbar philanthropischen Familie – hat schon in Mexiko ein Verhältnis mit ihm angefangen, als sie dort ein Tanzprojekt unterstützt hat…

Die einfache Formel wäre nun, dass der junge Mirgrant die ältere reiche Frau ausbeutet, die hoffnungslos in ihn verliebt ist, aber so einfach gibt es der kritische Regisseur nicht. Tatsächlich steigt der junge Fernando charakterlich sogar etwas besser aus als seine noble Freundin Jennifer, die eine Society-Lady wie aus dem Bilderbuch ist. Sprich: Sie pflegt zwar gerne Sex mit dem farbigen Lover, aber mit ihm zeigen kann sie sich natürlich nicht. Der reiche Papa und der Bruder hätten dafür so wenig Verständnis wie die Gesellschaft, in der sie sich bewegt.

Fernando, auf den die „Dreams“ des Titels einigermaßen zutreffen, so entschlossen ist er, als Tänzer Karriere zu machen, sucht nun trotzig seinen Weg alleine, u.a., indem er auf der Straße seine Tanzkünste zeigt, um „entdeckt“ zu werden. Tatsächlich erregt er Interesse und kommt in eine Kompagnie – und das ist zumindest für Tanzfreunde ein kleines Argument, sich diesen im übrigen durch und durch unerfreulichen Film anzusehen. Denn der Darsteller von Fernando, Isaac Hernández, ist tatsächlich ein hervorragender Tänzer, im wahren Leben der erste Mexikaner, der es in die Spitzenriege des American American Ballet Theatre gebracht hat. Und der Regisseur, der sich eigentlich nur ununterbrochen an einer verlogenen schein-liberalen amerikanischen Gesellschaft abarbeiten will, lässt ihn wenigstens im Ballettsaal stellenweise zeigen, was er kann.

Im übrigen geht es um die psychologisch überhaupt nicht nachvollziehbare Beziehung zwischen ihm und Jennifer, die in oft zusammenhanglosen Kurzszenen gezeigt wird und immer einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt. Sex als Ware, Ausbeutung auf beiden Seiten? Jessica Chastain, eine schätzenswerte Schauspielerin der A-Klasse, lässt sich auf exzessive Sex-Szenen, ordinäre Sprache und einen durch und durch unsympathischen Charakter ein – am Ende, wenn sie aus Rache (weil er ihr aus Zorn eine Vergewaltigung von hinten beschert hat) dafür sorgt, dass er abgeschoben wird, lässt sie ihm noch ein so niederträchtiges „Abschiedsgeschenk“ verpassen, dass vermutlich sein Leben zerstört ist.

Irgendwie wünscht man, man wäre diesen Menschen  nie begegnet. Ein Film, der alles will und nichts erreicht.

Renate Wagner

 

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