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Film: DER KLANG DER STRADIVARI

Ein Fest für Musikfreunde

18.08.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 20. August 2026 
DER KLANG DER STRADIVARI
Les musiciens  /  Frankreich  /  2025
Drehbuch und Regie: Grégory Magne
Mit: Valérie Donzelli, Frédéric Pierrot, Mathieu Spinosi u.a.

Ein Fest für Musik-freunde

Musik ist eine heilige Kunst, wie wir wissen, aber die, die sie „machen“, sind eben nur Menschen. Das mag die Quintessenz des Films „Der Klang der Stradivari“ sein, in dem der französische Regisseur Grégory Magne nach eigenem Drehbuch eine wunderschöne Geschichte erzählt, die Musikfreunde entzücken wird.

Zumal die Handlung so viele Schichten hat. Zuerst geht es um die titelgebende Stradivari, vielmehr um gleich vier Instrumente. Angeblich soll der Meister sie „aus einem Guß“, aus einem Holz, als Bestellung für ein Quartett geschaffen haben – zwei Geigen, eine Bratsche, ein Cello. Ein musikbesessener Millionär hatte drei Stücke kaufen können. Nach seinem Tod gelingt es seiner Tochter Astrid (mit herzerwärmenden Enthusiasmus agierend: Valérie Donzelli) das fehlende Cello um einen zweistelligen Millionenbetrag zu erwerben.

Nun möchte sie damit ein noch nie gespieltes Streichquartett zur Uraufführung zu bringen. Das Einfachste wäre natürlich, ein bestehendes Quartett  zu engagieren, das lange zusammen spielt. Indem sie vier einzelne Solisten zu sich in ihr Palais am Land einlädt, wo die Aufführung dann in einer kleinen Kirche mit sensationeller Akustik stattfinden soll, handelt sie sich alle gewissermaßen vorhersehbare Probleme ein, die sich ergeben, wenn vier Einzelpersönlichkeiten sich in doch relativ kurzer Zeit zu einem Ensemble zusammen finden müssen.

Dass das keinesfalls friktionsfrei verläuft, ist von Anfang an klar – aber der Regisseur macht keine Satire auf eitle, egozentrische Künstler daraus. Sie sind zwar alle eitel und egozentrisch, von sich selbst überzeugt und gewissermaßen hochmütig den anderen gegenüber, aber man lernt sie näher kennen und mag sie.

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Auch wenn die Cellistin Lise (Marie Vialle) in dem mittlerweile erblindeten Zweiten Geiger Peter (Daniel Garlitsky) jenen Mann erkennt, mit dem sie einst erfolgreich in einem Trio gespielt hat – und der die Gruppe ohne zu zögern verlassen hat, um Konzertmeister bei den Wiener Philharmonikern zu werden (was nicht edel, aber einzusehen ist…). Der leicht beleidigte Erste Geiger George (Mathieu Spinosi) wiederum ist gewissermaßen eifersüchtig auf eine Zeitgeist-Erscheinung wie die hübsche blonde Bratschistin Apolline (Emma Ravier), die zwar  keinerlei Abschluß an einer großartigen Musikschule aufzuweisen hat, dafür aber hunderttausende Follower im Netz, denen sie ununterbrochen etwas posten will (nur dass es in dem Chateau, wo sie proben, nur in entfernten Stellen im Garten WLAN gibt). Wenn George sie mit ihrem Handy durchs Haus jagt, kann auch eines der kostbaren Instrumente beschädigt werden…

Aber das ist nicht das einzige Problem, das sich stellt. Schnell wird Astrid klar, dass die so unterschiedlichen Vier bei den Proben einen „Mediator“ brauchen. Also holt sie Charlie Beaumont herbei, der das Quartett, das uraufgeführt werden soll, komponiert hat.

So vorzüglich die vier Musiker sind, die alle tatsächlich ihre Instrumente beherrschen, was die Authentizität des Films ausmacht, so setzt Frédéric Pierrot in der Rolle des Komponisten, der sich an sein vor Jahrzehnten geschaffenes Werk kaum erinnert, den schauspielerischen Höhepunkt des Films. (Das Quartett, das man bei den Proben und am Ende ein wenig bei der doch noch stattfindenden Aufführung hört, wurde tatsächlich für diesen Film geschaffen, stammt von Grégoire Hetzel und hört sich sehr angenehm an.)

Charlie Beaumont, dieser ältere Mann, der zum Seelenklempner aller Beteiligten wird, obwohl er selbst genügend Probleme hat, ist dann die Achse, um die sich alles dreht – die Menschen und die Musik. Nur – auf echten Stradivaris wurde nicht gespielt. Das hätte wohl jedes Budget (selbst wenn nur geliehen – allein die Versicherungssumme!) gesprengt. Nichtsdestoweniger ist der Film eine Wonne und ein Fest für Musikfreunde.

Renate Wagner

 

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