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Film: BACKROOMS

Die gelbe Welt der Ängste

16.06.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 18. Juni 2026 
BACKROOMS
USA  /  2026
Regie: Kane Parsons
Mit:
Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve u.a.

Die gelbe Welt der Ängste

Am besten, man gibt es gleich zu, dass man von dem gerade 21jährigen Kane Parsons, seiner „Backroom“-Erfindung und dem sagenhaften Hype mit ihren 359 Millionen (!) YouTube-Aufrufen noch nie gehört hat, bevor man sich kurz auf den gleichnamigen Kinofilm vorbereitete. Und das mag durchaus ein Vorzug sein, denn man wusste eigentlich gar nichts, hatte keine Erwartungen – und konnte sich solcherart unbeeinflußt in diese rasende Mischung aus Phantasie, Psychologie und Horror hinein ziehen lassen, die dieser junge Mann nun in Spielfilm-Format kreiert hat.

Im Vorspann sind sie schon da, die gelben Räume, die real sein könnten, aber es schon durch wilde Kamerabewegungen nicht sind und denen man später wieder begegnen wird. Doch eigentlich beginnt es ganz „normal!: Da ist Clark (der intensive Chiwetel Ejiofor, der dem Zuschauer noch einige Überraschungen bereiten wird); der ein offensichtlich nicht ganz tolles Möbelhaus besitzt, für das er selbst als eine Art Captain Hook Reklame macht, gefilmt von seinem Mitarbeiter. Und wie so viele Amerikaner sitzt er dann bei seiner Psychiaterin, Mary Kline (Renate Reinsve, die da noch nicht ahnt, was auf sie wartet), die ihn, wie es eben branchenüblich ist, erzählen lässt. Am besten von den schmerzhaftesten Erlebnissen seines Daseins – etwa, als seine Frau, für die er alles getan hat, ihn aus seinem Haus warf. Den Zorn darüber kann er noch immer nicht ganz unterdrücken, und seither gibt es keine Menschen mehr in seinem Leben (außer eben Doktor Mary). Ein Stück alltägliches, klägliches Unglück, wie man meint.

Der Film von Kane Parsons verlässt den Boden der Realität (und balanciert in der Folge geradezu genial zwischen den Welten), als Clark entdeckt, dass es in seinem Möbelhaus eine Wand gibt – durch die er durchgehen kann (was ja bekanntlich nur im Kino möglich ist…)

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Nun befindet er sich in den „Hinterzimmern“ der besonderen Art, in der schier endlosen Welt der gelben Räume (ein unangenehmes Gelb, mehr wie Pisse als wie Sonnenblumen), einige vollgemüllt, andere leer, Fluchten von Zimmern und Gängen, die nirgendwo hinführen, Gesprächsfetzen, Geräusche .. Einmal findet Clark da  noch heraus. Als er seiner Psychiaterin davon erzählt, beleidigt sie ihn, indem sie ihm nicht glaubt. Bei dem Versuch, Beweise zu bringen, kommen seine Mitarbeiter, die diese liefern sollen, um – und Clark kehrt nicht wieder.

Wenn nun Mary in Sorge um ihn auch „durch die Wand“ geht, was hier wahrlich nicht die Putzigkeit einer Disney-Komödie hat, sondern den Eintritt in eine Welt der Abgründe bedeutet  … da brechen Horror und Fantasy in einer so kruden und dabei faszinierenden Mischung über den Zuschauer herein, dass sein Wunsch, begreifen zu wollen, was das Ganze soll, durchaus erfüllt wird, wenn auch nicht mit konventionellen Mitteln. Da muss man schon erfühlen, was der Regisseur erzählen will, und man begreift es… und fürchtet sich auch ausreichend.

Raffiniert  wie der ganze Film noch eine Art Epilog, wo andere Leute diese seltsame Welt im Möbelhaus erforschen wollen, nur um zu dem Schluß zu kommen, dass sie diese gelben Räume der Angst nicht erklären können. Mary, die dort Fürchterliches erlebt hat, könnte da Aufklärung betreiben, wird es aber nicht tun. Und der Kinobesucher weiß – mit etwas zerschlissenen Nerven – durchaus, was sich da abgespielt hat: innovatives Horrorkino vom Feinsten…

Renate Wagner

 

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