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Film: AUF ZWEI RÄDERN

Zwei Männer am Rad – vom Hunde ganz zu schweigen

06.07.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 9. Juli 2026 
AUF ZWEI RÄDERN
À bicyclette! /  Frankreich  /  2024
Drehbuch und Regie: Mathias Mlekuz
mit: Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz, Adriane Grządziel u.a.

Zwei Männer am Rad –
vom Hunde ganz zu schweigen

Man muss vor diesem Film grundsätzlich jeden Respekt haben, denn die Trauerarbeit, die er zeigt, ist echt. Der französische Filmemacher Mathias Mlekuz hat einen Sohn verloren – und um ihn „festzuhalten“, ist er dessen letzte Reise nachgefahren (nach-geradelt, um genau zu sein) und hat gemeinsam mit seinem Freund, dem Schauspieler Philippe Rebbot, die für zwei ältere Herren zweifellose Mühe des Radfahrens zwecks filmischer Umsetzung auf sich genommen.

Warum Sohn Youri, der von Beruf „Clown“ war und keine Erklärung hinterließ, sich umgebracht hat, weiß der Vater selbst nicht. Wenige Jahre zuvor ist Youri mit dem Fahrrad von der Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer gefahren und hat davon ein großes Fotobuch gemacht. Der Vater und sein bester Freund halten sich an die vorgegebene Route, suchen die Orte, wo Youri war, die Menschen, denen er begegnet ist. Dazu gibt es nach etwa einer halben Stunde eine teils skurrile, teils peinliche Szene in Wien, wo sich die junge Frau Adriane (Adriane Grzadziel), die ihnen unter allen möglichen Auflagen ein Zimmer in ihrer Wohnung vermietet, dann absolut nicht an Youri erinnern kann…

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Die Männer sind mit dem Hund Lucky unterwegs, wobei man lobend anerkennen muss, dass Mlekuz auf alle drolligen Tierszenen verzichtet – der Hund ist da, ist herzig, läuft neben den Rädern her oder sitzt im Gepäckträger. Das Gewicht des Films liegt auf den beiden Männern und den Gesprächen, die sie über Leben und Tod, über Väter und Söhne, über mögliche Schuld und Versäumnisse, über Erinnern und Vergänglichkeit führen, wobei es hier um nichts Hochgestochenes, sondern eher um die banalen Reflexionen normaler Menschen geht. Allzu interessant sind, um ehrlich zu sein, diese Gespräche nicht.

Das Road-Movie gibt auch wenig her, es ist keine Abenteuer-Reise, es passiert nichts Spektakuläres, und das Geschehen wird auch nie zur Tourismus-Show. Von Wien sieht man rein gar nichts, von Budapest wenig, dann ist man schon in einem ziemlich öden Rumänien, und wenn die Anstrengung allzu groß wird, bricht auch die Harmonie der beiden alten Freunde gelegentlich. Allerdings nicht auf Dauer. Mlekuz ist auch soweit Film-Profi, um zu wissen, dass er einem Kinopublikum mehr bieten muss, also gibt es immer wieder (und manchmal aufgesetzt) Humoristisches. Dabei ist an der ganzen Sache gar nichts heiter.

In Istanbul gesellt sich dann ein anderer Sohn des Regisseurs, Josef Mlekuz, im Andenken des Bruders zu den beiden, sie suchen dessen Freundin, die er in Istanbul hatte, die kleine Iranerin Marzi (Marzieh Rezaee). die sich liebevoll an ihn erinnert…

Am Ende fahren dann Vater und Sohn im Tandem zurück, Philippe nimmt vermutlich ein Flugzeug, die Erinnerungs-Tour de Force war liebevoll, allerdings immer wieder spekulativ pathetisch und ein bißchen triefend. Aber zweifellos ehrlich gemeint, und davor muss man, wie erwähnt, Respekt haben.

Renate Wagner

 

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