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Film: AMOERE UND BASTA

Amore läuft heutzutage anders…

29.07.2026 | FILM/TV, KRITIKEN

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Filmstart: 31. Juli 2026 
AMOERE UND BASTA
2 cuori e 2 capanne  /  Italien  /  2025
Drehbuch und Regie: Massimiliano Bruno
Mit: Edoardo Leo, Claudia Pandolfi u.a.

Amore läuft heutzutage anders…

Galten die Italiener nicht als die stolzesten und überzeugtesten Machos? Nun, mittlerweile bekommen sie auch im Kino ihr Fett ab. In der Komödie „Amore und Basta“ (nicht Pasta, sondern „basta“ wie „Schluß“) geht es nicht romantisch darum, dass Sie und Er zusammen kommen, sondern darum, dass Sie gar keine Lust auf eine konventionelle Beziehung hat, die er erwartet. Ein Lernrprozeß in einem Film, der sich fröhlich gibt, aber letztendlich eine feministische Kampfansage ist – ausgetragen auf privater Ebene, aber auch in der Welt der Schule, wo beide Protagonisten tätig sind.   

Der Film von Regisseur Massimiliano Bruno (eigenes Drehbuch)  lebt von seinen Hauptdarstellern. Claudia Pandolfi ist die schlechtweg hinreißende, selbstbewusste, allen modernen Strömungen verpflichtete Alessandra, Edoardo Leo, unter dicker Brille unsicher blickend,  jener Valerio, der anfangs meint, noch mit altmodischen Machtvorstellungen durchs Leben kommen zu können. Sie begegnen einander zuerst im Bus, zum zweiten in der Schule, wo sie als neue Literaturlehrerin ankommt und in ihm den Direktor findet, und zum dritten im Bett, obwohl er meint, dass sie beide in derselben Institution arbeiten, gehe ja wohl gar nicht.

Es geht doch, weil sie so viel stärker ist als er und ihm nicht nur privat, sondern auch beruflich die Hölle heiß macht.  Die Szenen in der Schule mit den jungen Leuten, wo vor allem die Mädchen energisch um ihre Stellung kämpfen, mögen ein Zugeständnis an den Zeitgeist sein oder auch der Versuch, der Geschichte etwas mehr Substanz zu verleihen, sie passen aber gut ins Geschehen und vertiefen den Kampf, den Alessandra führt.

Denn plötzlich ist sie schwanger, obwohl sie meinte, es nie werden zu können, und er sicher war, unfruchtbar zu sein. Das bringt grundlegende Fragen mit sich – er will natürlich heiraten, sie denkt nicht daran, und wenn man ihre am Land allein lebende, brutal rustikale Mutter kennen lernt, weiß man, woher Alessandra ihre Selbständigkeit hat. Valerio kann man nur amüsiert bei seinen dauernden Rückzugsgefechten zusehen…

Wenn das Baby kommt, gibt es noch sechs Jahre später ein Nachspiel, das bezeichnend ist: Valerio und der kleine Sohn warten auf die Mama, die herbei stürzt, um die beiden zu der Demonstration wütender Frauen (à la „Mein Bauch gehört mir“ und so weiter) zu begleiten. Und dann weiß man auch, was der Regisseur mit dem Titel „2 cuori e 2 capanne“ gemeint hat. Er paraphrasiert da das italienische Sprichwort „due cuori e una capanna“, das besagt, dass sich zwei Herzen in eienr Hütte zusammen finden. Bei ihm sind es zwei getrennte Leben, die sie führen, denn ganz offensichtlich sind italienische Frauen wie Alessandra nicht mehr zu domestizieren… Die Rom-Com endet heute nicht mehr strahlend vor dem Traualtar – sondern bei einer Demo. So ändern sich die Zeiten.

Renate Wagner

 

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