1.10.2026 – AUSKLANG I – Herbstfestival der Tiroler Festspiele Erl 2026 – Festspielhaus Erl.
Ein genreübergreifendes Musikerlebnis!
In der dritten Ausgabe des Herbstfestivals der Tiroler Festspiele Erl – AUSKLANG – vereint Kurator Andreas Schett, der kreative Kopf der weltberühmten „Musicbanda Franui“ aus Innervillgraten in Osttirol, die erneut die musikalische Gastgeberrolle einnimmt, auch heuer wieder hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen für den AUSKLANG miteinander. Klassik trifft auf Volksmusik, Jazz, Pop, Weltmusik und mehr…
Spitzenvertreter des jeweiligen Genres treffen spannungsreich und pulsierend aufeinander, sodaß sich mitreißende Überraschungsmomente durch unerwartete musikalische Abfolgen ergeben können, die durchaus erwünscht sind.

Copyright: Scheffold-Media
Den eindrucksvollen Anfang des Festivals machte das international sehr erfolgreiche „Leonkoro Quartett“ aus Berlin, Jonathan Schwarz (Violine), Emiri Kakiuchi (Violine), Mayu Konoe (Viola), Lukas Schwarz (Violoncello) abwechselnd mit der brillanten „Musicbanda Franui“, Johannes Eder (Klarinette, Bassklarinette), Andreas Fuetsch (Tuba), Stephan Dickbauer (Sopran- und Altsaxophon, Klarinette), Markus Kraler (Kontrabass, Akkordeon), Angelika Rainer (Harfe, Zither, Gesang), Bettina Rainer (Hackbrett, Gesang), Markus Rainer (Trompete, Gesang), Andreas Schett (Trompete, Gesang, musikalische Leitung), Martin Senfter (Ventilposaune, Gesang), Nikolai Tunkowitsch (Violine).
In der Bearbeitung von Markus Kraler (*1974) und Andreas Schett (*1971) eröffnete im unverwechselbaren „Franui-Style“ die Musicbanda Franui mit „Creampuffs from Vienna“ (1), nach Deutschen Tänzen, Menuetten und Schottischen Liedern von Joseph Haydn. Farbenreich, bodenständig, hochmusikalisch und exzeptionellem, klanglichem Wohllaut.
Mit temperamentvoller Verve, hochpräzisem Ansatz und akzentuierter Attacke folgte das „Leonkoro Quartett“ mit dem 1. Satz „Allegro ma non tanto“ aus dem Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 von Ludwig van Beethoven (1770-1827).
Die „Musicbanda Franui“ zeigte mit dem „Kupelwieser-Walzer“ D Anh. I, 14* von Franz Schubert (1797-1828) erneut ihre große Liebe zu ihrem bevorzugten Komponisten und beeindruckte mit ihrer Interpretation von faszinierender Authentizität.

Copyright: Scheffold-Media
Aus dem Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 von Ludwig van Beethoven fesselte das „Leonkoro Quartett“ mit dem 2. Satz „Andante scherzoso quasi Allegretto“. Erfüllt von furiosem Impetus, pointierter Homogenität und hinreißender Präzision.
Mit dem „Zwisler“ (aus dem Pusztatal) war die „Musicbanda Franui“ mit einer weiteren, exzellenten Bearbeitung von Markus Kraler und Andreas Schett zu bewundern. Die berückenden, volkstümlichen Wurzeln in Verbindung mit hochmusikalischer Exzellenz kulminierten in einem ganz besonderen Hörerlebnis.
Einer der Höhepunkte des Abends war die, von der „Musicbanda Franui“ fabelhaft interpretierten, „Litanei auf das Fest Allerseelen“ D 343 von Franz Schubert. Getragen von tief empfundener Emotionalität, musikalischer Brillanz und existentieller Authentizität!
Das „Leonkoro Quartett“ bewies mit dem 3. Satz „Menuetto. Allegretto“ und dem 4. Satz „Allegro – Prestissimo“ aus dem Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 von Ludwig van Beethoven erneut seine überragende technische Präzision, interpretatorische Homogenität und herausragende, musikalische Verve.
Zum Abschluß faszinierte die „Musicbanda Franui“ mit „Creampuffs from Vienna“ (2) nach Deutschen Tänzen, Menuetten und Schottischen Liedern von Joseph Haydn in der Bearbeitung von Markus Kraler und Andreas Schett. Mit hochmusikalischer Rasanz, sensitiver Eleganz und hochkarätigem, volkstümlichem Impetus.
Als fulminante Zugabe präsentierten beide Spitzenensembles gemeinsam „Zum Rundetanz“ D 983B* von Franz Schubert.
In phänomenaler Einheit von exzeptionellen Spitzenmusikern endete der erste Teil dieses außergewöhnlichen Abends mit einem sensationellen Musikerlebnis!

Copyright: Scheffold-Media
Der Jazzpianist David Helbock dominierte mit seiner Gruppe Random/Control feat und der Vorarlberger Jazzsängerin Filippa Gojo den zweiten Teil von AUSKLANG I.
Die weltweit reüssierende Formation aus drei Vorarlberger Musikerin, David Helbock (Klavier und mehr), Johannes Bär (Blechblasinstrumente, Schlagzeug, Beatbox und mehr), Andreas Schweigl (Holzblasinstrumente und mehr) gestalteten mit Filippa Gojo (Songs & Poetry) ein extravagantes, genreübergreifendes Jazzkonzert, in welches das Alphorn genauso integriert war, wie das Saxophon oder die Tuba, als auch das Klavier, auf dem der Pianist auch die Saiten zupfte und die Stimmakrobatik der Sängerin.
Als exzellenter Pianist präsentierte David Helbock halsbrecherische Jazz-Motive auf dem Klavier, denen sich die anderen Musiker ebenso waghalsig anschlossen, die in atemberaubenden, ekstatischen Jazz-Sessions mündeten.
Filippa Gojo begann mehrmals ihre Songs mit klassischem Ansatz und entwickelte daraus in akrobatischer Jazzgesangs-Manier abenteuerliche stimmliche Kreationen und Geräusche. Zeitweise war die Stimme als solches gar nicht mehr wahrnehmbar, sondern mutierte zu einem rein instrumentalen Werkzeug.
Die eindrucksvolle Formation erreichte es in ihrer einstündigen, energiegeladenen Präsentation, die von Jazz-Variationen nur so gespickt war, dass das Publikum zum Abschluß aufstand und zur Musik mittanzte.
Ein phänomenales, hochexplosives Eröffnungskonzert des Herbstfestivals AUSKLANG der Tiroler Festspiele Erl, welches die nächsten Konzerte mit großer Freude und Spannung erwarten läßt!
Marisa Altmann-Althausen

