3.10.2026 – AUSKLANG III – Herbstfestival der Tiroler Festspiele Erl 2026 – Festspielhaus Erl.
Die universelle Sprache der Musik in hochkarätiger Umsetzung!

Copyright: Scheffold-Media
Am dritten und letzten Konzerttag des Herbstfestivals der Tiroler Festspiele Erl 2026 – AUSKLANG III – war erneut eine, im positivstem Sinne, abenteuerliche Mischung aus Spitzenmusikern der unterschiedlichsten Genres beeindruckend im Festspielhaus Erl zu erleben.
Im ersten Teil des Abends unterhielten abwechselnd das begeisterte Publikum, das Maxi Pongratz Trio – Juri Kannheiser (Violoncello), Agnes Liberta (Klarinette), Maxi Pongratz (Akkordeon) – und das finnische Mundharmonika-Quartett Sväng – Eero Grundström (chromatische und diatonische Mundharmonika), Eero Turkka (Harmonetta, chromatische und diatonische Mundharmonika), Jouko Kyhälä (chromatische und diatonische Mundharmonika), Tapani Varis (Bassmundharmonika).
Der Sänger, Songwriter und Akkordeonspieler Maxi Pongratz (*1987), glänzte sowohl mit seinen hintersinnigen Texten im bayerischen Dialekt, die mit ihrem beißenden Humor wiederholt zum Schmunzeln animierten, wie zum Beispiel „Dienstag bewölkt“, „Ordnungslied“, „Stotterlied“… als auch mit seinem ganz ureigenen Akkordeon-Stil, wodurch er in der Branche bekannt wurde.

Copyright: Scheffold-Media
Sväng bewies eindrucksvoll, dass man mit einer Mundharmonika-Formation großartige Musik machen kann, wie zum Beispiel mit dem 3. Satz „Alla Marcia“ aus der „Karelia-Suite“ op. 11 von Jean Sibelius (1865-1957) oder mit „Svänging the Blues“ und „Svängtime Rag“ von Eero Turkka (*1970)… Das Quartett hat in der Mundharmonika-Musik neue Maßstäbe gesetzt. Künstlerischer Anspruch verschmilzt mit schrägem Humor und führt zu mitreißenden, groovigen Performances.

Copyright: Scheffold-Media
Der absolute Höhepunkt des exzeptionellen Konzertabends war die geniale Kombination von den berühmten Lokalmatadoren, der „Musicbanda Franui“, Johannes Eder (Klarinette, Bassklarinette), Andreas Fuetsch (Tuba), Stephan Dickbauer (Altsaxophon, Klarinette), Markus Kraler (Kontrabass, Akkordeon), Angelika Rainer (Harfe, Zither, Gesang), Bettina Rainer (Hackbrett, Gesang), Markus Rainer (Trompete, Gesang), Andreas Schett (Trompete, Gesang, musikalische Leitung), Martin Senfter (Ventilposaune, Gesang), Nikolai Tunkowitsch (Violine) und der renommierten österreichisch-englischen Sopranistin Anna Prohaska.
Die jeweiligen Musikstücke wurden in der musikalischen Bearbeitung von Markus Kraler und Andreas Schett aufgeführt.
Beginnend mit dem „Traditional“ – „Es geht eine dunkle Wolke herein“ faszinierten Anna Prohaska und Franui mit hingebungsvoller, musikalischer Intensität und eindringlicher Homogenität. Anna Prohaska berückte mit technischer Feinheit und der entsprechenden Adaption an die außergewöhnlich spannende Interpretationsart von Franui.

Copyright: Scheffold-Media
Aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler (1860-1911) wurde das Lied Nr. 9 „Wo die schönen Trompeten blasen“ eindrucksvoll zu Gehör und der gebührenden musikalischen Exzellenz zum Ausdruck gebracht.
Der schwungvolle „Neuschluderbacher Tanz“ (nach Motiven von Gustav Mahler) von Markus Kraler (*1974) und Andreas Schett (*1971) zeigte erneut die „Musicbanda Franui“ von seiner besten Seite.
Stilvoll, mit gesanglicher Brillanz und hochkarätiger Gestaltungskraft interpretierte Anna Prohaska das „Herbstlied“ op. 84 Nr. 2 (Text: Karl Klingemann) von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Edel, mit glänzendem, sensitivem Impetus mitgestaltet von Franui.
Nach einführenden, anekdotenreichen Worten von Andreas Schett imponierte Franui mit dem „Volkslied mit Flugzeug“ (nach Drei Klavierstücke D 946, Nr. 2, von Franz Schubert; Text: Franz Hohler) von Markus Kraler und Andreas Schett.
Mit dem Lied „Helle Nacht“ (Nr. 5) aus Fünf Lieder nach Gedichten von Richard Dehmel von Anton Webern (1883-1945) schuf Anna Prohaska ein weiteres musikalisches Kaleidoskop des Franui‘schen Oeuvres und deren Denkungsart.
Die „Musicbanda Franui“ begeisterte aus „Valses sentimentales“ D 779 Nr. 13 A-Dur von Franz Schubert (1797-1828) mit tiefer Emotionalität, Bodenständigkeit und künstlerischer Akkuratesse. Eindrucksvoll gefolgt von „Nachklänge“ (nach dem gleichnamigen Trauermarsch von Georg Kaltschmid) von Markus Kraler und Andreas Schett.
Mitreißend und hingebungsvoll musiziert wurden aus der „Winterreise“ D 911 (Text: Wilhelm Müller) Nr. 21 „Das Wirtshaus“ von Franz Schubert sowie „Tanz im 3/4 Takt“ (nach Mikrokosmus von Béla Bartók) von Markus Kraler und Andreas Schett.
Zum Abschluß ertönten drei wunderbare Lieder, die von Anna Prohaska und Franui sensationell interpretiert wurden.
Aus der „Winterreise“ D 911 (Text: Wilhelm Müller) Nr. 24 „Der Leiermann“. Weiters aus „Dido und Aeneas“ Dido‘s Lament „When I am laid in earth“ von Henry Purcell (1659-1695) und „Hallelujah“ von Leonhard Cohen (1934-2016).
Geprägt von hochmusikalischer Authentizität, mit Herzblut durchlebt und enormer künstlerischer Exzellenz erfüllt von Anna Prohaska und Franui grandios dargebracht, wobei der krönende Abschluß das fulminante „Hallelujah“ war, welches das Publikum zu tobendem Beifall hinriss!
Ein phänomenales Musikerlebnis auf höchstem Niveau!
Für den letzten Konzertteil zeichnete die österreichische Jazz-Band Shake Stew verantwortlich. Lukas Kranzelbinder (Kontrabass, E-Bass, Guembri, Bandleader), Yvonne Moriel (Altsaxophon, Flöte), Johannes Schleiermacher (Tenorsaxophon, Flöte), Mario Rom (Trompete), Oliver Potratz (Kontrabass, E-Bass), Niki Dolp (Schlagzeug, Perkussion), Herbert Pirker (Schlagzeug, Perkussion). Energiegeladen, gespickt mit hinreißenden Instrumentalsoli der großartigen Jazz-Musiker, tolle Arrangements und hochprofessionelle Performance sorgten für einen fulminanten Abschluß des Herbstfestivals der Tiroler Festspiele Erl 2026 – AUSKLANG III – der, zu Recht, mit stehenden Ovationen stürmisch bejubelt wurde!
Marisa Altmann-Althausen

