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ERL/Tirol: Ostern 2026- Benefiz-Matinee zugunsten CONCORDIA Sozialprojekte. ISRAEL IN EGYPT von Georg Friedrich Händel- Festspielhaus Erl.

30.03.2026 | Konzert/Liederabende

29.3.2026- Tiroler Festspiele Erl Ostern 2026- Benefiz-Matinee zugunsten CONCORDIA Sozialprojekte. ISRAEL IN EGYPT von Georg Friedrich Händel- Festspielhaus Erl.

„Glaube, Stärke, Hoffnung, Licht!“

Zum Auftakt der Tiroler Osterfestspiele Erl fand traditionsgemäß am Palmsonntag im Festspielhaus Erl die Benefiz-Matinee zugunsten CONCORDIA Sozialprojekte, in welcher in diesem Jahr Händels Monumentalwerk ISRAEL IN EGYPT aufgeführt wurde, eindrucksvoll statt.

CONCORDIA Sozialprojekte ermöglichen Kindern und Jugendlichen in Not eine behütete Kindheit und Perspektiven für die Zukunft. Gemeinsam mit der Hilfe von Spenden arbeitet CONCORDIA seit 1991 an der Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Kinder, Jugendlicher und Familien in Rumänien, Bulgarien, Moldau, dem Kosovo und Österreich.

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Foto: Scheffold-Media

Intendant Jonas Kaufmann betrat gemeinsam mit Pater Markus Inama SJ, Vorstandsmitglied CONCORDIA Sozialprojekte, sowie Kindern in Tracht, die Körbe mit Palmbuschen trugen, die Bühne des Erler Festspielhauses, auf der das Orchester und der Chor für die anschließende Aufführung des Händel-Oratoriums bereits anwesend waren, um in seiner souverän gehaltenen Rede einen näheren Einblick in die Aufgaben der CONCORDIA Sozialprojekte zu gewährleisten. Kaufmann betonte, dass er die Prämisse dieser Sozialprojekte „Glaube, Stärke, Hoffnung, Licht“ auch zum Thema der diesjährigen Tiroler Osterfestspiele Erl machen möchte.
Pater Markus Inama SJ umriss seinerseits die Aufgaben der CONCORDIA Sozialprojekte und weihte anschließend, die von den Kindern mitgebrachten, Palmbuschen. Die Weihe wurde auch auf das sehr zahlreich erschienene Publikum ausgedehnt.

Jonas Kaufmann kündigte eine sehr kurzfristige Umbesetzung in Händels Oratorium „Israel in Egypt“ an.

Für den über Nacht erkrankten, österreichischen Countertenor Alois Mühlbacher sprang die österreichische Mezzosopranistin Tamara Obermayr ein, die noch am Vorabend bis 22.00 Uhr in der Oper „Fürst Igor“ am Gärtnerplatztheater in München auf der Bühne stand, als sie der Anruf ereilte, dass sie am kommenden Vormittag in Erl gebraucht wird.

Jonas Kaufmann bat das Publikum ein besonderes Augenmerk auf diese Mezzosopranistin zu legen.

Das Oratorium in drei Teilen „Israel in Egypt“ HWV 54 von Georg Friedrich Händel (1685-1759) kam nun fulminant und zutiefst beeindruckend zur Aufführung.
Das Libretto stammt vermutlich von Charles Jennens unter Verwendung folgender Texte aus der Bibel: 2. Buch Mose (Exodus) sowie Psalm 105 und 106. Aufgeführt wurde das Oratorium in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Die Uraufführung dieses überwältigenden Meisterwerks fand am 4.April 1739 im „King‘s Theatre“ am Haymarket in London statt.

Teil I: „The Lamentation of the Israelites for the Death of Joseph“ (Die Klage der Israeliten über den Tod Josephs)
Teil II: „The Exodus“ (Der Auszug aus Ägypten)
Teil III: „Moses‘ Song“ (Das Lied Moses‘)

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Heinz Ferlesch. Foto: Scheffold Media

Dirigent Heinz Ferlesch, Künstlerischer Leiter der Wiener Singakademie, brillierte mit dem von ihm 1993 gegründeten Chor Ad Libitum und dem Originalklangorchester Barucco.
Continuo: Peter Trefflinger (Violoncello), Hans Brüderl (Theorbe), Anne Marie Dragosits (Cembalo), Alexander Gergelyti (Orgel).

Mit außergewöhnlicher Intensität, wohldosierter Stringenz und der musikalisch erforderlichen Akkuratesse führte Heinz Ferlesch hingebungsvoll seinen phänomenalen Chor Ad Libitum, der enorm ausdrucksvoll, differenziert, getragen von hochprofessioneller Homogenität und Emotionalität diese berühmten Texte aus der Bibel zu faszinierendem, musikalischem Leben erweckte, ebenso wie das hervorragende Originalklangorchester Barucco, das mit seinen Originalinstrumenten eine grandiose, musikalische Authentizität zu Gehör brachte und damit eine spektakuläre, lebendige religiöse Wahrhaftigkeit erzeugte.

Die beherzte Einspringerin Tamara Obermayr meisterte die Ausnahmesituation bravourös und glänzte mit ihrer schönen, oratoriengerechten Altstimme und souveränen, musikalischen Präsenz.
Engelsgleich, mit klarem, brillant geführtem Sopran fesselte Maria Ladurner u.a. mit ihrer Arie im ersten Teil „Through the land so lovely blooming“…
Miriam Kutrowatz unterstrich ihre attraktive Erscheinung mit einem anmutigen, fokussierten Sopran, den sie besonders zum Abschluss in ihrem Solo mit dem Chor „Sing ye to the Lord“ strahlen ließ.

Johannes Bamberger imponierte mit souveränen, pointierten und ausdrucksstarken Rezitativen sowie mit zentriertem, wohlklingendem Tenor in den Arien und Duetten.
Die beiden profunden Bässe von Matthias Helm und Daniel Ochoa beeindruckten in ihrem Duett im dritten Teil „The Lord is a Man of war“ mit Durchschlagskraft und pastoser Präsenz.

Eine fantastische, hochemotionale Aufführung dieses Monumentalwerks von Georg Friedrich Händel und ein gebührender Auftakt zu den diesjährigen Tiroler Osterfestspielen Erl!

Marisa Altmann-Althausen

 

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