11.7.2026- „Der fliegende Holländer“ – Premiere – Passionsspielhaus Erl – Tiroler Festspiele Erl-Sommer 2026
„Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer“
Mit der fulminanten Premiere von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ im Erler Passionsspielhaus wurden die Tiroler Festspiele Erl erneut ihrem guten Ruf als Wagner-Hochburg gerecht.

Der Intendant Jonas Kaufmann mit den Ehrengästen Tomasz Konieczny und Rene Pape. Foto: privat
Star-Tenor und Intendant KS Jonas Kaufmann begrüßte hochkarätige befreundete Ehrengäste zur Premiere – die Weltstars und Wagner-Giganten KS Tomasz Konieczny (Intendant des Baltic Opera Festivals in Polen) und KS René Pape– die zur Zeit im „Fidelio“ an der Bayerischen Staatsoper (Münchner Opernfestspiele) auf der Bühne stehen.
In der Inszenierung von Josef E. Köpplinger, der auch für das Licht verantwortlich zeichnete, befand sich das Orchester in der Mitte der Bühne und die Protagonisten agierten um das Orchester herum. Für den Zuschauer erweckte dieses Regiekonzept den Eindruck als wäre die ganze Bühne der Innenraum eines Schiffes (Bühne: Rainer Sinell; Kostüme: Birte Wallbaum). Mit beeindruckenden Video-Projektionen (Video: Meike Ebert, Christian Gasteiger, Raphael Kurig) wurde die stürmische See auf die Wände des Erler Passionsspielhauses projeziert.

Buehnenfoto/Copyright: Xiomara Bender
Eine weitere Besonderheit dieser Inszenierung stellte die Präsenz von Senta ab dem Anfang der Oper dar. Sie durchlebte mimisch und körperlich die musikalischen Emotionsphasen von Anfang an intensiv mit, sodass ihre Rolle noch zentrierter wurde, als sie ohnehin schon von Wagner erdacht war.
Das exzellente Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter der phänomenalen musikalischen Leitung von Chefdirigent Asher Fisch präsentierte einen aufwühlenden, klangintensiven, emotionsgeladenen, mächtigen Holländer von überragender Exzellenz! Das Wagner‘sche Oeuvre wurde minutiös differenziert und transparent mit feinsinnig sensitiver Attitüde exzellent erfüllt!
Ein hervorragendes Sängerensemble komplettierte den brillanten Eindruck dieser Erler Holländer-Premiere.

Buehnenfoto/Copyright: Xiomara Bender
Gábor Bretz überzeugte in der Rolle des Daland mit großer stimmlicher und darstellerischer Präsenz, klarer Diktion und Ausdruckskraft.
Nina Bezu durchlebte die Senta mit emotionaler und musikalischer Intelligenz. Ihr gut geführter, durchschlagskräftiger Sopran meisterte die Anforderungen der anspruchsvollen Rolle bravourös.
Jamez McCorkle beeindruckte in der Rolle des Erik mit glänzendem, ausdrucksstarkem Tenor. Die schwierige Tessitura dieser Partie wußte er technisch gekonnt zu meistern.
Shannon Keegan gab eine, der Rolle entsprechend, resolute und gestrenge Mary, sowohl stimmlich als auch darstellerisch.
Matthew Newlin verlieh dem Steuermann klares, tenorales Profil und Präsenz.

Buehnenfoto/Copyright: Xiomara Bender
Christopher Maltman interpretierte die Rolle des Holländer qualitätsvoll mit ausgeglichener, wohldosierter Stimme, pointierter Diktion und authentischem, intensivem Impetus.
Klangmächtig und von großer darstellerischer Lebendigkeit der Chor der Tiroler Festspiele Erl (Leitung: Olga Yanum).
Eine grandiose, mitreißende Premiere von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ in Erl, die zu Recht mit stehenden Ovationen bejubelt wurde!
Marisa Altmann-Althausen

