4.4.2026- Tiroler Festspiele Erl Ostern 2026 „Sacred Concert“ von Duke Ellington- Festspielhaus Erl.
Ein künstlerisches Bekenntnis zu Glaube, Hoffnung und Menschlichkeit!

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Am Karsamstag war im Festspielhaus Erl ein geistliches Konzert der ganz besonderen Art zu erleben.
Zunächst präsentierte der Bachchor Salzburg unter der, mit temperamentvoller Verve erfüllten, musikalischen Leitung von Michael Schneider ein Vokalwerk des finnischen Komponisten und Pianisten Jukka Linkola (*1955) „The Fulfillment of Love“, ein Auftragswerk des Bachchors Salzburg.
Linkola hat ein poetisches Gesamtkunstwerk geschaffen, indem er eigene Texte in Musik umsetzte, die von dem Geheimnis, dem Feuer und den Stärken der Liebe handelten, aber auch darüber die Liebe in der Sinnlichkeit und den sie auslösenden Sehnsüchten zu erleben.
In Linkolas Musik fließen neoklassizistische und jazzige Elemente auf ganz natürliche Weise ineinander, romantische Melodien befinden sich neben kraftvollen Rhythmen.
Der Bachchor Salzburg setzte die rhythmische Raffinesse, die pulsierende Komposition und die textliche Pointiertheit in den drei Teilen, I „The Blazing Fire“, II „Arise, My Darling“, III „Let Us Hurry“, eindrucksvoll um und erschuf damit ein leidenschaftliches Gefühlskaleidoskop in Wort und Ton.
Der aus Hall in Tirol stammende Big-Band-Leader, Jazz-Saxophonist, Klarinettist, Komponist und Dozent Christoph Pepe Auer (*1981) komponierte eigens für dieses Konzert in Erl „Serenity‘s Harmony“. In seiner Komposition beschäftigt er sich seinen eigenen Worten zufolge, „mit dem Zusammenspiel emotionaler Ebenen, die durch verschiedene Harmonieverflechtungen entstehen können. Hohe Energie und Gelassenheit müssen dabei keine Gegensätze darstellen. Diese musikalischen Verschmelzungen entfalten sich hervorragend im Gewand eines Jazzorchesters, das Komposition und Improvisation nahtlos verbindet.“ Mit der Big Band der Universität Mozarteum Salzburg verwirklichte er seine mitreißende, glutvolle Komposition und fungierte beeindruckend als Bandleader und Solo-Saxophonist.
Das ca. 55 minütige Werk „Sacred Concert“ von Duke Ellington (1899-1974)- (Arr.: John Høybye, Peder Pedersen) wurde zum krönenden Abschluss dieses sakralen Ausnahmekonzerts aufgeführt.
Das „Sacred Concert“ preist die Freiheit des Lebens für alle Menschen, ihre Brüderlichkeit und die Barmherzigkeit Gottes an. Duke Ellington selbst bezeichnete das Werk als „the most important I have ever done“, ein von seinen musikalischen wie spirituellen Erfahrungen erfülltes Werk. Mit diesem geistlichen Werk drang der Jazzmusiker in tiefgreifende Sphären des Ausdrucks und weltlicher wie geistlicher musikalischer Regionen vor.

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Ein intensives, gemeinsames Musizieren dieses faszinierenden, sakralen Jazz-Opus erfüllte den Raum mit Leidenschaft, Feuer, Empathie und Emotion. Zum Bachchor Salzburg und der Big Band der Universität Mozarteum Salzburg kamen noch hinzu die großartige, charismatische Jazz-Sängerin Karin Bachner, die mit stimmlicher Virtuosität und musikalischer Flexibilität das Publikum in ihren Bann zog sowie der Stepptänzer Eli Hooker, der einen fulminanten Stepptanz auf die Bühne zauberte. Das gesamte Ensemble fest in musikalischem Griff hatte erneut der musikalische Leiter Michael Schneider.
Das moderne, sakrale Werk gliederte sich in 10 Teile: I „Praise God“, II „Heaven“, III „Freedom-Suite“, IV „The Shepherd“, V „The Majesty of God“, VI „Come Sunday“, VII „David Danced Before the Lord“, VIII „Almighty God“, IX „T.G.T.T.“, X „Praise God and Dance“ (Finale).
Enorme Spannung, Wahrhaftigkeit und intensiver, religiöser Impetus bauten sich knisternd und emotionsgeladen während des ganzen Konzerts auf.
Obwohl das Konzert wegen eines Unfalls im Publikum kurz unterbrochen werden mußte, konnte es mit derselben Spannungsdichte, Exzellenz, Empathie und Emotion fulminant weitergeführt werden!

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Ein grandioses, geistliches Konzertereignis in modernem, jazzigem Gewand zur Ehre Gottes!
Marisa Altmann-Althausen

