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ERL/Festspielhaus/Festspiele Sommer 2026: „Ménage à trois“ Clara, Robert und Johannes – Lesung mit Musik – Waltraud Meier (Lesung), Samuel Hasselhorn (Bariton), Joseph Breinl (Klavier)

23.07.2026 | Konzert/Liederabende

22.7.2026 – „Ménage à trois“ Clara, Robert und Johannes – Lesung mit Musik – Waltraud Meier (Lesung), Samuel Hasselhorn (Bariton), Joseph Breinl (Klavier) – Festspielhaus Erl – Tiroler Festspiele Erl Sommer 2026.

Eine exzellente Verbindung von Literatur und Musik mit enormer Ausdruckskraft!

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Joseph Breinl, Samuel Hasselhorn, Waltraud Meier. Foto: Scheffold Media

Basierend auf der legendären Künstlerfreundschaft zwischen Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms, die als eine der faszinierendsten, produktivsten und emotional intensivsten Verbindungen der Musikgeschichte gilt und sich zeitlebens in einem Spannungsfeld aus künstlerischer Genialität, bedingungsloser Loyalität und unausgesprochener Liebe bewegte, wurde diese außergewöhnliche Lesung mit Musik beeindruckend in Szene gesetzt.

Die weltberühmte Mezzosopranistin Waltraud Meier, die als eine der renommiertesten und bedeutendsten Wagner-Sängerinnen unserer Zeit gilt, trug ausgewählte Briefe und intime Tagebuchaufzeichnungen dieser innigen Künstlerfreundschaft in den Jahren 1853-1856 vor.

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Waltraud Meier. Foto: Scheffold Media

Mit tiefer Emotionalität, authentischer Intensität, perfekt akzentuierten Sprachduktus und enormer Persönlichkeitsidentifikation zeichnete Waltraud Meier ein tief empfundenes, emotionales und hochprofessionelles Portrait der komplexen Beziehung und Künstlerfreundschaft von Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms!

Musikalisch unterstützt wurde die große Künstlerin an diesem Abend von dem vielfach ausgezeichneten Bariton Samuel Hasselhorn, der eindrucksvoll und versiert ausgewählte Lieder von Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms, abwechselnd mit der Lesung von Waltraud Meier, vortrug. Sehr einfühlsam und meisterhaft am Klavier begleitet von Joseph Breinl.

Zu den mitreißenden Texten von Clara, Robert und Johannes waren die dazu passenden, berührenden Lieder zu hören.

Robert Schumann (1810-1856) aus „Myrthen“. Liederkreis op. 25 Nr. 1: „Widmung“.
Clara Schumann (1819-1896) aus „Sechs Lieder“ op. 13 Nr. 3 „Liebeszauber“.
Robert Schumann aus „Myrthen“. Liederkreis op. 25 Nr. 7 „Die Lotosblume“.
Robert Schumann aus „Zwölf Gedichte aus F. Rückerts „Liebesfrühling“ op. 37 Nr. 1 „Der Himmel hat eine Träne geweint“.
Johannes Brahms (1833-1897) aus „Deutsche Volkslieder“ WoO 33 Nr. 25: „Mein Mädel hat einen Rosenmund“.
Johannes Brahms aus „Sechs Lieder für eine tiefere Stimme“ op. 86 Nr. 2 „Feldeinsamkeit“.
Robert Schumann aus „Fünf Lieder“ op. 40 Nr. 4: „Der Spielmann“.
Robert Schumann aus „Vier Gesänge“ op. 142 Nr. 4: „Mein Wagen rollet langsam“.
Clara Schumann aus „Sechs Lieder“ op. 13 Nr. 1: „Ich stand in dunklen Träumen“.
Clara Schumann aus „Zwölf Gedichte“ aus F. Rückerts „Liebesfrühling“ op. 12 Nr. 2: „Er ist gekommen“.
Johannes Brahms aus „Lieder und Gesänge“ op. 71 Nr. 3: „Geheimnis“
Clara Schumann „Lorelei“ WoO 19.
Johannes Brahms aus „Romanzen“ aus L. Tiecks „Magelone“ op. 33 Nr. 12: „Muss es eine Trennung geben“.
Robert Schumann aus „Liederkreis“ op. 39 Nr. 10: „Zwielicht“.
Johannes Brahms aus „Sechs Lieder“ op. 97 Nr. 5: „Komm bald!“.
Johannes Brahms aus „Vier Lieder“ op. 96 Nr. 2: „Wir wandelten“.
Johannes Brahms aus „Deutsche Volkslieder“ WoO 33 Nr. 42: „In stiller Nacht“.
Clara Schumann aus „Sechs Lieder“ op. 13 Nr. 6: „Die stille Lotosblume“.
Robert Schumann aus „Fünf Lieder“ und „Gesänge“ op. 127 Nr. 2: „Dein Angesicht“.
Clara Schumann aus „Sechs Lieder“ op. 13 Nr. 2: „Sie liebten sich beide“.
Johannes Brahms aus „Vier Gesänge“ op. 43 Nr. 1: „Von ewiger Liebe“.

Vom Anfang der 40-jährigen Künstlerfreundschaft an als der blutjunge, hochbegabte Johannes Brahms zum ersten Mal mit dem damals bereits berühmten und etablierten Künstlerehepaar Clara und Robert Schumann in Berührung kam, über die Zeitspanne der schweren Krankheit von Robert, in der sich die emotionale Bindung von Clara und Johannes intensivierte, bis zu den späten Jahren der Trennung, in denen auch nach dem Tod von Robert die Bindung, zumindest schriftlich, zwischen Clara und Johannes aufrecht blieb, wurde dieses Beziehungsgeflecht in den Briefen und Tagebuchaufzeichungen eingehend beleuchtet.

Clara Schumann, die vor allem eine berühmte Pianistin war, bemühte sich zeitlebens akribisch genau die Kompositionen von Robert Schumann und Johannes Brahms aufzuführen.

Zum Abschluss dieser hochkarätigen Veranstaltung, die vom Publikum stürmisch bejubelt wurde, war als Zugabe das dritte Lied aus den „Vier ernsten Gesängen“ von Johannes Brahms zu hören „O Tod, o Tod, wie bitter bist du“. Die Komposition entstand in tiefer persönlicher Betroffenheit. Brahms schuf die Lieder im Angesicht des nahenden Todes seiner engen Freundin Clara Schumann und konfrontierte sich dann auch selbst mit der eigenen Sterblichkeit. Waltraud Meier las vor dem ergreifenden Ende des Abends, mit berückender Intensität und Wahrhaftigkeit, den zum Abschluss passenden, ebenso ergreifenden Text.

Eine großartige, zutiefst beeindruckende Veranstaltung, die in faszinierender Weise die Freundschaft dreier starker Künstlerpersönlichkeiten reflektierte, deren freundschaftliche Bindung die Musikgeschichte maßgeblich prägte, dargebracht von drei großen Künstlern unserer Zeit, deren exzeptionelles Künstlertum ebenso nachhallen wird!

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Schlussapplaus. Foto: Scheffold Media

Marisa Altmann-Althausen

 

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