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ERFURT/ DOM: 22. INTERNATIONALE ORGELKONZERTE IM DOM ZU ERFURT. Von Bach bis zur Moderne

26.06.2016 | Konzert/Liederabende
  1. Internationalen Orgelkonzerte Dom zu Erfurt/ 25.06.16

Von Bach bis zur Moderne


Alexander Fiseisky

Die „Internationalen Orgelkonzerte im Dom zu Erfurt“ haben schon eine längere Tradition. Es sind sehr gut besuchte Konzerte, in denen bedeutende Organisten der Gegenwart zu hören sind und auch neue bekannt gemacht werden. Die Hauptorgel besitzt 63 Register auf 3 Manualen und Pedal, eine mechanische Tontraktur und elektrische Registertraktur. Es handelt sich um ein Instrument mit großer symphonischer Klangpracht, das auch einen barocken Kern besitzt.

Zum 5. Orgelkonzert innerhalb der Reihe der „22. Internationalen Orgelkonzerte Dom zu Erfurt“ spielte der inzwischen schon europaweit bekannte russische Konzertorganist Prof. Alexander Fiseisky.

Alexander Fiseisky spielte ein facettenreiches Konzertprogramm von Bach bis Rjabow. Zunächst begann er mit Johann Sebastian Bachs, Praeludium G-dur BWV 568 und spielte danach die Partita über den Choral „Ach, was soll ich Sünder machen?“ BWV 770. Sehr schön arbeitete er hier den Bachschen Duktus heraus und brillant spielte die 16tel ebenso mit dem Pedal. Bei dem Choral gelangen ihm vor allem die verschlungenen Variationen der einzelnen Choralpartiten.

W.A. Mozart, Andante F-dur spielte Alexander Fiseisky mit Leichtigkeit und Schmelz. Das eigentlich für ein automatisches Orgelwerk komponierte Stück, interpretierte Fiseisky mit graziler Leichtigkeit.

Darauf folgte Felix Mendelssohn-Bartholdys, Choral und Variation über: „Herzlich tut mich verlangen“. Die Bach-Mendelssohn Symbiose erzielte Fiseisky sehr schön.

Mit Max Regers, Introduktion und Passacaglia d-moll steigerte Alexander Fiseisky das Programm zum Höhepunkt. In diesem kurzen Stück steckte all das, was für Regers Musikkosmos bedeutend ist. Wirklich beeindruckend entwickelte Fiseisky vom pianissimo bis zum fortissimo der hymnischen Schlussapotheose.

Daran schlossen sich die Werke von zwei russischen Komponisten an: Wladimir Odojewskij und Wladimir Rjabow.

Wladimir Odojewskij war ein umfassend gebildeter Mann, auf dem Gebiet der Chemie ebenso zu Hause wie auf dem Gebiet der Musik. Wladimir Odojewskij zeigte sich mit seiner Komposition „Gebet ohne Worte“ ganz als Romantiker und Konzertorganist Alexander Fiseisky ließ diese romantischen Töne funkelnd erstrahlen.

Mit Wladimir Rjabows Stück: „Zwölf Blicke zum Dom von Sevilla“ begab sich Alexander Fiseisky ganz in die Moderne, wobei er im Erfurter Dom alle Möglichkeiten nutzte z. B. die auf Westportal und Ostchor verteilte Orgel, so erzeugte er auch noch ein wunderbaren Raumklang.

Alexander Fiseisky verstand es der Alexander Schuke-Orgel des Erfurter Domes alle Möglichkeiten ihres facettenreichen Klanges zu entlocken.

Für das spannende Programm spendeten die Hörer viel Applaus.

Thomas Janda

 

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