Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

ENTLEBUCH/ Port Saal: DER VOGELHÄNDLER von Varl Zeller. «Grüss euch Gott alle miteinander» – Die Operette Entlebuch ist zurück!

04.10.2026 | Operette/Musical/Show

Carl Zeller: Der Vogelhändler • Theatergesellschaft Entlebuch im Port-Saal zu Entlebuch LU • Premiere: 03.10.2026

«Grüss euch Gott alle miteinander» – Die Operette Entlebuch ist zurück!

Nach neun Jahren Pause (bedingt durch die Pandemie und den Umbau der Spielstätte) meldet sich die Theatergesellschaft Entlebuch mit Carl Zellers «Der Vogelhändler» zurück. Das Publikum feiert die Ausführenden enthusiastisch.

vogel
Foto © Theatergesellschaft Entlebuch

Viele der Schweizer Laienbühnen haben eine weit zurück reichende Tradition. So wird auch in Entlebuch seit bald zweihundert Jahren (1834, «Die Grafen von Toggenburg» von Carl Georg Jacob Sailer) Theater gespielt. Ab den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Sprechtheaters langsam ab. Chor und Orchester traten immer mehr in Erscheinung, und über Singspiele gelangte man in den 1920er-Jahren schliesslich zu Volksoper und Operette. Das besondere an der Entlebucher Operette ist, dass ausschliesslich Laien aus Entlebuch und Umgebung auf der Bühne stehen. Auffallend positiv und hoffnungsvoll festzustellen ist, dass sehr viele Junge beteiligt sind. So kann es kommen, dass einzelne Mitwirkende mit engen Verwandten auf der Bühne stehen und Rollen verkörpern, die schon ihre Grossväter sangen.

Die in Wien ausgebildete Regisseurin Claudia Fischer bringt Zellers erfolgreichste Operette angesichts der Verwechslungen klar verständlich und mit gutem (lokal angepasstem) Humor auf die Bühne. Mit ausgesuchten Versatzstücken wie einem Wirtshaustisch, einem Pavillon und klassizistischen Steinbänken gelingt Ueli Binggeli ein angenehm stimmungsvolles, schlichtes Bühnenbild, das er gleich selbst beleuchtet. Die prächtigen Kostüme des zweiten Teils im Schlossgarten lösen spontanen Szenenapplaus aus.

Katja Lassauer (Musikalische Leitung) wählt schlüssige Tempi und animiert das Orchester der Theatergesellschaft Entlebuch zu leidenschaftlichem Spiel. So können die allseits bekannten Melodien richtig «zünden». Die der Premierennervosität geschuldeten Wackler werden sich bald legen. Ein besonderes Lob gebührt dem Operettenchor der Theatergesellschaft Entlebuch (Leitung: Romain Gili). Selten agiert ein Chor einer Laienbühne so kompakt und klangschön.

Es sei nochmals erwähnt: Das besondere an der Entlebucher Operette ist, dass ausschliesslich Laien auf der Bühne stehen. Besondere Anerkennung verdient der Mut, ohne musikalische Ausbildung eine solistische Rolle zu übernehmen. René Tellenbach gibt den Adam mit verlässlich ansprechendem Tenor und guter Bühnenpräsenz. Anja von Muralt überzeugt mit klarem, angenehmem Sopran und überragender Spielfreude als Postbotin Christel, die mit Adam verlobt ist. Philipp Renggli gibt mit kernigem Bariton den Baron Weps. Petra Wey-Hofstetter glänzt als Baronin Adelaide mit starker Bühnenpräsenz. Fabian Lustenberger gibt den Graf Stanislaus mit strahlendem, klug geführtem Tenor, Christa Hofstetter Marbacher die Kurfürstin Marie mit wohlklingendem Sopran und rollengerecht noblem Spiel. Mit dem Duett «Ich bin der Prodekan» bieten Peter Blum (Professor Süffle, auch Dorfschulze Schneck) und Willy Portmann (Professor Würmchen, auch Wirtin) den komödiantischen Höhepunkt des Abends. Emilia Zemp als Kellnerin Jette und Benedikt Zemp als Haushofmeister Quendel ergänzen das Ensemble.

Ein höchst stimmungsvoller Abend, der beste Unterhaltung bietet.

 

Weitere Aufführungen:

MI, 7. Oktober 2026 20.00; FR, 9. Oktober 2026 20.00; SA, 10. Oktober 2026 19.00;

SO, 11. Oktober 2026 15.00; FR, 16. Oktober 2026 20.00; SA, 17. Oktober 2026 19.00;

SO, 18. Oktober 2026 15.00; MI, 21. Oktober 2026 20.00; FR, 23. Oktober 2026 20.00;

SA, 24. Oktober 2026 19.00; SO, 25. Oktober 2026 15.00; FR, 30. Oktober 2026 20.00;

SA, 31. Oktober 2026 19.00; FR, 6. November 2026 20.00; SA, 7. November 2026 19.00;

SO, 8. November 2026 15.00; FR, 13. November 2026 20.00; SA, 14. November 2026 19.00;

SO, 15. November 2026 15.00; FR, 20. November 2026 20.00; SA, 21. November 2026 19.00;

SO, 22. November 2026 15.00; MI, 25. November 2026 20.00; FR, 27. November 2026 20.00;

SO, 29. November 2026 15.00; MI, 2. Dezember 2026 20.00; FR, 4. Dezember 2026 20.00;

SA, 5. Dezember 2026 17.00.

 

04.10.2026, Jan Krobot/Zürich

 

Diese Seite drucken