31.12.2025- SILVESTERKONZERT- Tiroler Festspiele Erl- Festspielhaus Erl.
„Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Marina Rebeka. Foto: Scheffold-Media
Mit einem fulminanten, begeistert umjubelten, Silvesterkonzert ließen die Tiroler Festspiele Erl das Jahr 2025 grandios „ausklingen“!
Das hochkarätige Opernprogramm dieses außergewöhnlichen Abends setzte „en suite“ Glanzlichter aus der Opernliteratur.
Die lettische Star-Sopranistin Marina Rebeka brillierte mit den schönsten und anspruchsvollsten Szenen und Arien ihres Stimmfachs und stellte ihr überragendes Können und ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweis.
Das exzellente Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter der stringent, ambitionierten, musikalischen Leitung von Michele Gamba beeindruckte sowohl solistisch in den mitreißenden Orchesterparts als auch als hochkarätige Begleitung der großartigen Sängerin.
Der Abend begann eindrucksvoll mit Richard Wagner (1813-1883) aus „Tannhäuser“ und „der Sängerkrieg auf der Wartburg“ II. Akt: Einzug der Gäste „Freudig begrüßen wir die edle Halle“, in dem Orchester und Chor (Choreinstudierung: Olga Yanum) eine homogene Einheit bildeten und das Genie Richard Wagners den Anfang dieses imposanten Programm-Reigens setzte.
Mit dem Bolero der Elena „Mercè, dilette amiche“ aus „I vespri siciliani“ (V. Akt) von Giuseppe Verdi (1813-1901) erfüllte Marina Rebeka mit ihrer mitreißenden Interpretation in atemberaubender Indigo-Blauer Abendrobe, faszinierend den Raum des Erler Festspielhauses. Innigst gefolgt von der berühmten Cavatina der Norma „Casta diva“ (I. Akt) aus „Norma“ von Vincenzo Bellini (1801-1835). Technische Perfektion, enorme Genauigkeit in der Stimmführung und hohe Musikalität repräsentieren die selbstverständlichen Attribute dieser Ausnahme-Sängerin.
In der „Sinfonia“ aus Verdis „I vespri siciliani“ reflektierte das hervorragende Orchester der Tiroler Festspiele Erl seine beispielhafte Intensität, Differenziertheit sowie sein klangliches Machtpotential.

Foto: Scheffold-Media
Ein weiteres Glanzlicht ihres Könnens setzte Marina Rebeka mit „La vergine degli angeli“ (II. Akt, Finale) aus Verdis „La forza del destino“, dem der Chor mit „Fuoco di gioia“ (I. Akt) aus Verdis „Otello“ eindrucksvoll folgte. Den krönenden Abschluss des ersten Teiles dieses fulminanten Silvesterkonzerts bildete die Szene und Arie der Marguerite „Il était un roi de Thulé“- „Ah! Je ris de me voir“ aus „Faust“ (III. Akt) von Charles Gounod (1818-1893). Von Marina Rebeka mit feinsinnigem Raffinement sowie charismatischem Charme und Souveränität dargebracht.
Dramatisch wurde der zweite Teil dieses außergewöhnlichen Abends fortgesetzt mit der Briefszene der Tatjana „Und wär‘s mein Untergang“ (I. Akt) aus „Eugen Onegin“ von Peter I. Tschaikowski (1840-1893). In schwarzer Pailletten-Robe zog die Star-Sopranistin Marina Rebeka sämtliche Register ihrer überragenden Möglichkeiten und durchlebte mit enormer Authentizität alle Gefühlsschattierungen dieser anspruchsvollen Arie.
Das Orchester beeindruckte mit dem Vorspiel zum III. Akt aus „Lohengrin“ von Richard Wagner mit hingebungsvoller Homogenität der einzelnen Instrumentengruppen, exemplarischer Klangintensität und Wagner‘scher Verve. Gefolgt von dem markanten Brautlied „Treulich geführt“ (III. Akt, erste Szene).
Mit der berühmten Arie „Ebben? Ne andrò lontana“ (I. Akt) aus „La Wally“ von Alfredo Catalani (1854-1893) reüssierte Marina Rebeka erneut mit überragender Intensität, stimmlicher Kompetenz und technischer Perfektion.
Der letzte Teil dieses brillanten Ausnahmekonzerts war Giacomo Puccini (1858-1924) gewidmet.
Grandios interpretierte das bestens disponierte Orchester der Tiroler Festspiele Erl das „Intermezzo sinfonico“ aus „Suor Angelica“ mit berückender Weichheit im Klang und einfühlsamer Sensitivität.
Die Arie der Tosca „Vissi d‘arte“ (II. Akt) wurde von Marina Rebeka eindringlich und hingebungsvoll durchlebt, stets einfühlsam und aufmerksam begleitet vom Orchester der Tiroler Festspiele Erl unter Leitung von Michele Gamba. Aus „Madama Butterfly“ war zunächst eindrucksvoll „Coro a bocca chiusa“ (II. Akt) zu hören bevor Marina Rebeka mit der Arie der Cio-Cio-San „Un bel di, vedremo“ (II. Akt) den fulminanten Schlusspunkt unter dieses sensationelle Silvesterkonzert setzte.
Stehende Ovationen und unbeschreiblicher Jubel führten zu zwei überwältigenden Zugaben. Die Arie der Leonora „Pace, pace, mio Dio“ (IV. Akt) aus Verdis „La forza del destino“ und die „Habanera“ aus „Carmen“ von Georges Bizet.

Foto: Scheffold-Media
Mit wohlverdientem, großem Jubel für alle Beteiligten, endete ein grandioses Silvesterkonzert, mit dem die Tiroler Festspiele Erl erneut Maßstäbe setzten!
Marisa Altmann-Althausen

