Robert Pobitschka gastiert im Barocksaal Eggenburg –
„Kerzenlicht-Konzerte“ eröffnen die Saison 2026 mit einer Zeitreise in die Epoche des Cembalo

Robert Pobitschka. Foto: privat
Am 11. April 2026 luden die „Kerzenlicht-Konzerte“ zu einem Abend mit Musik am Cembalo in den Barocksaal Eggenburg. Es war eine doppelte Premiere: die Eröffnung der Saison 2026, aber auch das erste Konzert der Serie im Barocksaal, der 2007 von Stadtgemeinde und Budesdenkmalamt sorgfältig renoviert wurde und mit seiner „Kaiser-Stuckdecke“ und den Wandmalereien als Baujuwel bezeichnet werden darf. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt.
Robert Pobitschka interpretierte als erstes Werk Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 4 BWV 828. In höchster Meisterschaft erschöpft Bach darin die Möglichkeiten alter Tanzformen und erweiterte sie zu einprägsamen musikalischen Seelenbildern. Er spannt Bögen von Trauer und ihrer Auflösung bis hin zu kosmischem Jubel. Dabei sind es weniger einige momentane dramatische Passagen, die hier ihre Wirkung entfalten, sondern ein kontinuierlich andauernder Fluss, ein ständig wachsendes Kraftfeld, das von präziser Stimmführung und Rhythmus gewinnt. In diesem Sinne gelang es Pobitschka, mit den bescheidenen klanglichen Mitteln des Cembalo ein beachtliches Klanggebäude zu errichten.
Seinem Sohn Carl Philipp Emanuel Bach wollte Vater Bach das Komponieren sogar verbieten. In der Tat können Kompositionsstile nicht verschiedener sein, als die von Vater und Sohn Bach, wie die folgende „Fantasia II“ aus der Sammlung für Kenner und Liebhaber des Bach-Sohnes bewies! Nicht Ausgleich, sondern sensitive Provokation, nicht religiöser Universalismus, sondern höchst Persönliches haben ihn zu diesem Werk bewogen, das durch starke Kontraste und abrupte Wechsel, durch eingängige Melodien und wüste Modulationen beeindruckend wirkt. Mit Aufmerksamkeit folgte das Publikum Pobitschkas eindringlicher Interpretation – durch eine kurze Werkeinführung, die dem Spiel voranging, bereits vorbereitet.
Das letzte Werk des Abend war Haydns Sonate F-Dur Hob. XVI:23, die er seinem Dienstherrn Nikolaus Fürst Esterhazy gewidmet hatte. Auch Haydns Instrument war ja lange Zeit noch das Cembalo. Haydn war eigenen Aussagen zufolge stark von Carl Philipp Emanuel Bach beeinflusst. Auch sein Ziel war freier, individueller Ausdruck, wenn auch sein Kompositionsstil weniger radikal ausfiel. Die Brillanz der Ecksätze kam durch den ätherischen Klang des Cembalos sehr gut zur Wirkung. Pobitschka danke mit einer Zugabe – der Sarabande aus Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 1 – für den anhaltenden Applaus.
Mag. Isolde Cupak

