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Duo Natalia: Magical Russia – Natalia van der Mersch, Natalia Kovalzon

23.02.2021 | cd

Duo Natalia: Magical Russia – Natalia van der Mersch, Natalia Kovalzon

Magical Russia | HIGHRESAUDIO

Natalia van der Mersch und Natalia Kovalzon teilen sich nicht nur den gemeinsamen Vornahmen: Die Geigerin und die Pianistin sind nämlich als Duo Natalia auch musikalisch bestens aufeinander eingeschworen. Wenn die beiden auf ihrem zweiten Album „Magical Russia“ der russischen Seele auf die Spur kommen, sind musikalische Empfindsamkeit und spielerische Bravour gleichermaßen im Spiel.

Es geht hier um Repertoire aus dem 18. bis 20. Jahrhundert und dies in einer subjektiven, aber stimmigen Auswahl: Neben Werken berühmter Komponisten komplettieren eher unbekannte  „Nischenkünstler“ wie Efrem Zimbalist oder Alexander Alyabyev den Spannungsbogen. Die Geigerin Natalia van der Mersch ist hier bestens in ihrem Element und ihr Studium bei Zakhar Bron eine Referenz genug. Mit großer Geste stürzt sie sich zu Beginn in die Glissandi der Introduktion von Efrem Zimbalists Bearbeitung von Nicolai Rimsky-Korsakovs Fantasie über das berühmte „Märchen vom Goldenen Hahn“. Natalia Kovalzon sorgt dabei auf dem Flügel für ein warmes orchestrales Fundament. Dass Tschaikowskys „Valse sentimentale“ wirklich so klingt, wie er heißt, ohne dabei ins allzu süßliche abzustürzen, zeugt von der darstellerischen Konsequenz im Zusammenspiel des Duo Natalia. Rasant geht es in einem Ungarischer Tanz aus der Feder des damals 20jährigen Sergej Rachmaninow voran. Anton Girgoweit Rubinsteins Salonstücke (nicht zu verwechseln mit dem viel berühmteren Namensvetter, dem Pianisten Arthur Rubinstein) und ebenso Michael Glinkas Stück „Albumblatt“ verbreiten genug russische Magie, um dem gewählten Albumtitel gerecht zu werden. Es geht dem „Duo Natalia“ dabei gar nicht so sehr um eigenwillige Sichtweisen, wenn sich beide ins Kolorit einer vergangenen Epoche hinein stürzen, wovon auch eine bewusst „singende“ Tongebung auf der Violine zeugt.

Irgendwann ist auch in Russland die Romantik Geschichte: Igor Strawinskys „Italienische Suite“ wirkt in ihrer neoklassizistischen Diktion viel zeitloser, wenn hier aus erneuertem Blickwinkel das Erbe der Vergangenheit aufpoliert wird. Auch hier bringt das Duo Natalia eine vielgestaltige Formensprache zum Leuchten, bevor Alexander Kopylovs „Erinnerungen an Peterhof“ noch einmal den Glanz des zaristischen Russlands aufleuchten lassen. Überzeugend bei dieser Aufnahme ist die Balance zwischen den Instrumenten: Natalia van der Mersch macht gerade in den tiefen Registern auf ihrer Violine überzeugend Druck, um sich gegenüber dem opulenten Flügelklang zu behaupten – auch das kommt dem abgerundeten Ganzen zu Gute.

Stefan Pieper

CD:

Duo Natalia: Magical Russia

ARS-Produktion 2020

 

 

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