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DÜSSELDORF: HA Schult bekommt ein Museum!

24.06.2020 | Ausstellungen

DÜSSELDORF: HA Schult bekommt ein Museum!
Von Andrea Matzker


HA Schult und Berthold Görgens. Foto: Andrea Matzker

Seit 20 Jahren ist einer der treuesten Sammler der Kunst von HA Schult ein feiner und zurückhaltender Gentleman, der den Künstler nun am 24. Juni zu seinem 81. Geburtstag mit der Idee überraschte, ihm ein Museum zu widmen und einzurichten. Es handelt sich um den Modemodul Berthold Görgens (unter anderem Kult-Stores), der, wie der Künstler selbst, ursprünglich in Köln seine Karriere begonnen hat.

Während HA Schult damals seine bekannten Aktivitäten plante und ausführte, eröffnete Görgens sein erstes Geschäft in der damaligen Kölner Ladenstadt, den heutigen Opernpassagen. Also back to the roots. Beide hatten allerdings auch schon immer in Düsseldorf gearbeitet und gelebt. So stellt sich nun die große Frage: In welche Stadt soll das Museum, nach Köln oder nach Düsseldorf? Oder womöglich sogar dazwischen, nach Leverkusen? Alles wäre möglich. Beide tendieren allerdings eher nach Köln, wo ein ideales Areal in der direkten Nähe zur Oper und zum Kolumba Museum zur Verfügung stünde. Alternativ dazu gäbe es die Möglichkeit des berühmten Glashauses in der Kapuzinergasse der Düsseldorfer Altstadt, in dem der Künstler zur Zeit für drei Monate zum 25. Jubiläum seiner Trash People 100 der weltgereisten 1000 existierenden Müllmänner eindrucksvoll unter dem Titel „Halt im Glashaus“ ausstellt. Da das Glashaus hält, was der Name verspricht, scheint ein Teil der Skulpturen direkt unter dem freien Himmel zu stehen. Das entspricht auch genau dem Wunsch des Künstlers, denn die Galerie bietet dadurch Raum für Gedanken.


Ha Schult: Trash-Men.

HA Schult: „Die Leute kommen hier zur Besinnung.“ Genauso war es auch am ersten Ausstellungstag, dem 27. Juni 2020, als Gäste aus ganz Deutschland kamen, und sich interessante Gespräche zwischen ihnen und dem Künstler ergaben. So waren zum Beispiel drei anerkannte Fotografen vor Ort, die bereits mit Charles Wilp zusammengearbeitet hatten, wodurch man wiederum auf gemeinsame Zeiten in Düsseldorf zu sprechen kam. Für drei Monate kann die Ausstellung an jedem Freitag und Samstag von 16:00 bis 19:00 Uhr (kostenfrei) unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen besichtigt werden. HA Schult signiert dann auch gerne seine Poster. Wenn man Glück hat, erzählt er den Gästen sogar eine der unzähligen und äußerst amüsanten Anekdoten aus seinem reichhaltigen Künstlerleben.


HA Schult: Trash-man

Die Düsseldorfer Ausstellung hätte ursprünglich früher in diesem Jahr eröffnet werden sollen. Das war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Zum Glück konnte sie verschoben werden. Somit war die logistische Herausforderung, die mit den Trash Men verbunden ist, nicht umsonst. Anders als bei Mailand, und das ist der einzige Wehmutstropfen, da dieser Termin aus den gleichen Gründen nun voraussichtlich komplett ausfallen muss, da eine neue Planung jahrelanger Vorarbeit bedarf. Ursprünglich hätten ebenso genau in dieser Zeit alle 1000 Müllmänner vor dem Mailänder Dom stehen sollen, was nach der sensationellen Exposition auf der Piazza del Popolo von Rom und der beeindruckenden Installation 2019 in den Sassi di Matera, der Kulturhauptstadt des Jahres 2019, quasi die Vollendung der italienischen Trilogie bedeutet hätte. Doch nun stehen dafür weitere Projekte an, denn HA Schult sprudelt immer vor lauter neuen Ideen.


HA Schult  mit Trashmotiv-Schutz. Foto: Andrea Matzker

 

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