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DRESDEN/ Kulturpalast: SONDERKONZERT MIT DEM PIANISTEN PETER RÖSEL ANLÄSSLICH SEINES 75. (77.) GEBURTSTAGES

07.02.2022 | Konzert/Liederabende

Dresden / Kulturpalast: SONDERKONZERT MIT DEM PIANISTEN PETER RÖSEL ANLÄSSLICH SEINES 75. (77.) GEBURTSTAGES – 6.2.2022

Eigentlich sollte das Konzert zum 75. Geburtstag von Peter Rösel bereits im Jahr 2000 (zeitnah) stattfinden, musste aber – wie so vieles – wegen Corona-Maßnahmen zweimal verschoben werden, bis es nun – zu seinem 77. Geburtstag – (endlich) stattfinden konnte, sehr zur Freude einer großen Fan-Gemeinde. Für die Veranstalter war es eine große Herausforderung, ein ständiges Umdisponieren  mit immer neuen Modalitäten, Terminen und stark eingeschränkten Platzkapazitäten, weshalb sich die Ausführenden bereit erklärt hatten, das Konzert zweimal am gleichen Tag zu veranstalten, um möglichst vielen Besuchern die Möglichkeit zu geben, dieses besondere Ereignis mitzuerleben. Nachdem die beiden Konzerte in kürzester Zeit ausverkauft waren, wurde die Platzkapazität von höherer Stelle kurzfristig erhöht (auf 800 Plätze).

Von den ursprünglich vorgesehenen drei großen Wiener Klavierkonzerten, die Wolfgang Amadeus Mozart für eigene Aufführungen komponierte, durften nur zwei aufgeführt werden – ohne Pause, versteht sich. Peter Rösel als brillanter Solist und die Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny machten die Aufführung auch nur dieser beiden „Konzerte für Klavier und Orchester Nr. 2 d‑Moll“ (KV 466) und das reich orchestrierte Klavierkonzert “Nr. 21 C‑Dur“ (KV 467), das Mozart danach innerhalb von nur vier Wochen schrieb, zu einem Ereignis.

 Hier trafen sich Solist, Dirigent und Musiker in völliger Identität. Anliegen, Musikverständnis, Auffassung und Ausführung bildeten eine harmonische Einheit. Rösel und die Dresdner Kapellsolisten sind nicht nur in Dresden und Umgebung sehr beliebt – auch weltweit und vor allem in Japan, wo sie eine große Fan-Gemeinde haben. 2014 – 2016 wurde von japanischer Seite eine CD-Reihe mit Mozarts Klavierkonzerten in eben dieser Besetzung initiiert, die erst auf Drängen des Dresdner Publikums auch in Dresden zu haben war.

Die hohe Qualität dieser Aufnahmen wurde mit diesem Konzert aufs Schönste bestätigt. In völliger Harmonie, ungebrochener Frische und innigem Verständnis für Mozarts Genialität setzten beide Seiten ihr Können miteinander in den Dienst des Komponisten. Mit brillantem Spiel, fein differenziert, mit äußerster Präzision und feinsten, sinnreichen Verzierungen verfeinerte Rösel den Solopart beider Konzerte noch obendrein.

Rösel hat „die Musik im Blut“, sein Vater war Dirigent, seine Mutter Sängerin. Am Beginn seiner pianistischen Laufbahn spielte er, der als erster Deutscher den Moskauer Tschaikowski-Wettbewerb gewann, vor allem Beethoven, Rachmaninow und Chopin. Erst im Laufe seines Lebens erarbeitete er sich Mozarts Klavierwerk, „um immer besser zu erkennen, dass auch die leiseren, unvergleichlich schönen Töne ein Vergnügen sein können“, wie er konstatierte. Für sein herausragendes Schaffen und seine kontinuierliche, kompetente und intensive Pflege der Klavierwerke Mozarts wurde er 2016 mit dem „Mozartpreis“ der Sächsischen Mozart-Gesellschaft gewürdigt.

Im idealen Miteinander mit den mitgestaltenden Kapellsolisten unter Helmut Branny, einem Musiker aus Leidenschaft mit sensiblem Gespür, wurde das Konzert zu einem einzigartigen, unmittelbar ansprechenden Erlebnis, nicht nur für Kenner und Enthusiasten. Kein Wunder, dass –  entgegen der guten Sitte – aus welchen Beweggründen auch immer, nach jedem Satz begeistert applaudiert wurde, den inneren Zusammenhang zwar störend, aber verständlich.

Nach dem enthusiastischen Schlussapplaus gab es, sehr zur Freude des aufmerksam lauschenden Publikums, noch eine Zugabe: das „Larghetto“ aus dem „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 26“ (KV 537) in gleicher, hoher Qualität.

„Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens – des Künstlers Beruf“, wie es Robert Schumann ausdrückte, wurde mit diesem knapp eineinhalbstündigen Konzert (einschließlich Zugabe) in schönster Weise realisiert.

Der Dresdner Meisterpianist Peter Rösel, der in aller Welt gastiert, seiner Heimatstadt dennoch aber immer treu geblieben ist, ist am 8.4.2022 wieder im Kulturpalast, der auch für Kammermusik bestens geeignet ist, mit einem Soloprogramm zu erleben. Auf dem Programm stehen dann Klavierwerke von Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart.

Ingrid Gerk

 

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