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DIE BESTIMMUNG – INSURGENT

15.03.2015 | FILM/TV, KRITIKEN

FilmPlakat Bestimmung~1

Ab 19. März 2015 in den österreichischen Kinos
DIE BESTIMMUNG – INSURGENT
The Divergent Series: Insurgent  /  USA  /  2015 
Regie: Robert Schwentke
Mit: Shailene Woodley, Theo James, Kate Winslet, Naomi Watts, Miles Teller u.a.

Hart ist das Leben für jugendliche Widerstandskämpfer in jenen Teenager-Romanen, die Action mit ein bisschen politischer Implikation verbinden. Auf der Kinoleinwand kann man dergleichen gar nicht oft genug und mit ausreichenden Fortsetzungen ausstatten, so gut verkauft es sich. Darum ist man – während die  „Tribute von Pamen“ noch laufen und weiter gedreht werden – schon bei den Romanen von Veronica Roth gelandet. Sie hat in ihrer Trilogie „Die Bestimmung“, wie es Sci-Fi-Autoren nun einmal tun, eine ganz eigene Welt kreiert, wo die Bürger von Chicago (ihrer Heimatstadt) hinter einer großen Mauer eingesperrt leben und ihre Bevölkerung in fünf Gruppen mit eigenen Qualitäten und Funktionen eingeteilt worden ist. Nur, wer in keine Gruppe passt, die „Unbestimmten“, sind das Problem…

Die heimliche Queen der Unbestimmten hat man schon im ersten Film kennen gelernt, nun folgt der zweite, wo sich diese Tris bereits als Outsiderin und Widerstandskämpferin gegen die böse Jeanine, die mehr oder minder terroristische Herrscherin dieser Welt, geoutet hat. Mit ihrem Geliebten Four (Theo James), ihrem Bruder (Ansel Elgort) und einigen Kameraden (darunter dem zwielichtigen Peter, gespielt von Miles Teller) ist sie immer auf der Flucht (in einer kurzen Atempause bei den friedfertigen Altruan taucht „Oscar“-Preisträgerin Octavia Spencer in einer Episode als deren milde Führerin auf), aber die Geschichte braucht einige Zeit, bis sie tatsächlich in Schwung kommt.

Die 23jährige Shailene Woodley, die wirklich noch wie ein Teenager aussieht und hier dieselbe Funktion hat wie Jennifer Lawrence in den „Tribute von Panem“-Filmen, hat sich nun die Haare geschnitten, was ihrem drahtigen Kämpferinnen-Look zugute kommt, aber sie macht dennoch eine weiche Seele voll Mitgefühl glaubhaft. Das bedeutet, dass sie sich der bösen Jeanine freiwillig ausliefert, um Menschenleben – die diese als Druckmittel opfert – zu retten. Nachdem bis dahin ein bisschen Davonlaufen und die Enttäuschung über abtrünnige Freunde die Handlung nicht eben hochdramatisch gemacht hat, sind die Prüfungen, die man ihr nun auferlegt und die in abenteuerliche Action-, Traum- und Psychosequenzen ausarten (u.a. steht sie sich selbst gegenüber, ein Ich, das sie angreift), nun wirklich gelungen, sowohl dramaturgisch wie als Computeranimationen.

„Bereichert“ wurde der Film auch noch um eine neue Figur, der Mutter von Tris’ Liebhaber „Four“, und die schwarzhaarige Naomi Watts stellt sich (als Führerin der „Fraktionslosen“) entschlossen und nicht minder gefährlich der bösen blonden Kate Winslet entgegen.

Insurgent Winslet xx~1

Und wenn man meint, dass alles ausgestanden sei, wenn am Ende nun das Überschreiten der Mauer und das Aufgehen in die „normale“ Menschheit angesagt ist – keine Angst. Es gibt noch jede Menge von Konfliktpotential für die Zukunft – darum wird die Filmgesellschaft auch den dritten Roman in zwei Teile splitten (man kennt das Verfahren, um mehr Geld einzuspielen).

Dass dieser zweite Film besser wirkt als der erste, liegt vielleicht an dem neuen Regisseur – der  Deutsche Robert Schwentke hat mehr Feeling für das Genre bewiesen als sein Vorgänger, wobei Teil 1 von den Einspielergebnissen her dennoch unter den Blockbustern rangierte.

Solange der Markt von dergleichen Filmen nicht gesättigt ist, werden Jugendliche sich gern dergleichen ansehen. Wenn sie lernen, dass sie als mutige Helden auf der richtigen Seite stehen sollen, ist nichts dagegen zu sagen… Zumindest gibt es hier keine faszinierenden Bösewichte.

Renate Wagner

 

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