Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

DESDEN/ Carl-Maria-von Weber-Museum: LIEDER & COUPLETS ALS LEICHTE SOMMERKOST IN ENTSPANNTER ATMOSPHÄRE

24.07.2023 | Konzert/Liederabende

Dresden/Carl-Maria-von Weber-Museum: LIEDER & COUPLETS ALS LEICHTE SOMMERKOST IN ENTSPANNTER ATMOSPHÄRE – 23.07.2023

„Frauen sind keine Engel – oder doch?!“ meinte ein Gesangsquartett, die Elbhang-Lerchen, aus der romantischen, zum Weltkulturerbe gehörenden, Dresdner Elbhang-Region, in deren Umgebung auch das Carl-Maria-von Weber-Museum liegt, und sang unter der Leitung von Barbara Hoene heitere Lieder und Couplets mit zum Teil eigenen witzigen, spritzigen Texten zum Thema.

Barbara Hoene gehörte vor ihrem jetzigen (Un-)Ruhestand, den sie sich mit dem von ihr vor zehn Jahren gegründeten Quartett „versüßt“,  zu den meistbeschäftigten und beliebtesten Solistinnen der Semperoper. Nach ihrem dynamisch bewegten, über 40 Jahre währenden Künstlerleben mit einem sehr umfassenden Repertoire von den großen Mozart-Rollen (Konstanze, Donna Anna, Donna Elvira, Fiordiligi, Pamina), über Verdi (Violetta, Leonora), Bizet (Micaëla), Wagner (Eva, Elisabeth, Elsa) bis zu Janáček (Jenufa) und Strauss (Sophie, Elektra) und auch Operette (Csárdásfürstin, Rosalinde) sowie als ständige Solistin beim Dresdner Kreuzchor und mit Gastspielen in Europa, Japan und Brasilien ist die vielseitige Künstlerin noch immer sehr aktiv.

Der Nachmittag war heiter, die Sonne schien, ein laues Lüftchen wehte, und die Zuhörer genossen im Garten des romantischen Weber-Museums Natur und Musik. Die vier Damen des Quartetts sangen, gut untereinander abgestimmt, im Freien – vor dem Haus. Im Haus fand bei weit geöffnetem Fenster die instrumentale Begleitung am Konzertflügel statt, als Novum von einem Akkordeon „verstärkt“, von dem allerdings – akustisch bedingt – kaum etwas zu hören war. Gelegentlich spielte auch der Wind mit – mit den Notenblättern.

Das Quartett, zu dem auch die Sopranistin Cornelia Wosnitza, eine Zeitlang ebenfalls Solistin der Semperoper, gehört, tanzte singend „mit dir in den Himmel hinein“, empfahl „Kauf dir einen bunten Luftballon“, von denen einem die Luft ausging, fühlte mit einem „Regenwurm – Regenwürmchen“, reiste mal kurz ins schöne Ungarland, um die „Julischka, die Julischka aus Buda-; Budapest“ zu besuchen, machte sich Sorgen um den „Maier am Himalaya“, fragte „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans beim Tanz?“, freute sich, dass jemand  „.. so verschossen in meine Sommersprossen“ war, verwendete „Mein kleiner grüner Kaktus“ für eigene Betrachtungen und zitierte Webers populären „Jungfernkranz“ als Reminiszenz an das Haus.

Zwei Solo-Nummern bereicherten das Programm. Cornelia Wosnitza verschenkte ihr Herz „… nur dem allein, dem ich das Höchste könnte sein“, und Barbara Hoene mokierte sich als „Die Alte“ mit eigenem Text auf Mozarts Lied über die gegenwärtigen „Untugenden“ und Gepflogenheiten im Vergleich zu seinerzeit „zu meiner Zeit …“.Im Rahmen der Gendergerechtigkeit gab es auch einen „Song“ für Männer: „Die Männer sind alle Verbrecher“, wogegen der Pianist mit entsetzlich schrägen Tönen am Klavier protestierte und ergänzte, „… aber lieb sind sie doch“. Dann versöhnte die Melodie „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ und beschloss einen heiter-vergnüglichen Nachmittag in sommerlicher Atmosphäre.

Ingrid Gerk

 

 

Diese Seite drucken