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DA MUSS MANN DURCH

27.01.2015 | FILM/TV, KRITIKEN

FilmPlakat Da muss Mann durch~1

Ab 30. Jänner 2015 in den österreichischen Kinos
DA MUSS MANN DURCH
Deutschland  /  2015 
Regie: Marc Rothemund
Mit:  Wotan Wilke Möhring, Jan Josef Liefers, Oliver Korittke, Fahri Yardim, Julia Jentsch, Daniela Ziegler, Edita Malovcic u.a.

Man geht auch ins Kino, weil man positiv konditioniert ist. Die Helden von „Da muss Mann durch“ kennt man. Vor zweieinhalb Jahren liefen sie in „Mann tut was Mann kann“ in der Regie Marc Rothemund erstmals über die Leinwand. Die Frauen waren andere, das kommt vor, aber die Probleme zeigten den Bewusstseinswandel (hatten wir auch schon öfters): Nicht die Weiblichkeit leidet hilflos unter Beziehungen, sondern die Männer.

Die fanden sich damals in der WG von Paul (Wotan Wilke Möhring) ein: Guido, der notorische Frauenheld, frei von Selbstkritik (aufgeblasene Schnösel sind bei Jan Josef Liefers bestens aufgehoben), Bronko mit den vielen Berufen und künstlerischen Ambitionen (Fahri Yardim) und Computerfuzzi Günther (Oliver Korittke), immer auf der Flucht vor Gattin Izzy (Karoline Schuch) – die hat es übrigens als einzige Frau des ersten Films doch in den zweiten geschafft. Eine komische Blase neurotischer Typen, und man hatte seinen Spaß dabei.

Was bedeutet, dass die Fortsetzung kommen musste. Marc Rothemund hat wieder mit Hans Rath das Drehbuch geschrieben, aber das ging ihnen diesmal nicht so locker von der Hand. Tatsächlich braucht es allerlei gewaltsamer Drehungen und Wendungen, um unsere vier Herren alle auf Mallorca zu vereinen, was dem ganzen Film gleich Fernsehcharakter verleiht – Ferien auf… und wir sind auch noch bei „Reich und Schön“, einer Familie, die sich eine ganze Burg auf dieser Insel leistet, gegen die Bronkos Hütte / Höhle zu Füßen des feudalen Anwesens besonders pittoresk ausmacht. Und was soll das Ganze?

Sehr mühselig, wie Paul da in eine reiche Verlegers-Familie einheiratet, wobei Daniela Ziegler das Chefin-Monster wie aus dem Bilderbuch spielt, Stephan Luca den resiginiert-gelassenenen Gatten mit Schauspieler-Vergangenheit. Also, Paul (dessen Happyend im vorigen Film vergessen ist, macht nichts, Beziehungen halten heutzutage nicht lang) angelt sich Verlegerstochter Lena (blond und eher farblos, bald wird sie ein deutsches Muttchen sein: Julia Jentsch), und damit Guido auch dabei sein kann, nimmt er die etwas überwuzelte zweite Schwester, deren Kinderwunsch er zu erfüllen verspricht (die unsägliche „Rössl“-Wirtin von einst, Edita Malovcic).

Offenbar hat Jan Josef Liefers vergessen, das Drehbuch genau zu lesen und nicht mitbekommen, dass er zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft ist (können Dreharbeiten auf Mallorca heutzutage noch derart reizen?), aber auch die anderen Kollegen steigen nur noch als Randfiguren aus.

Es sind die Familienzickereien, um die es geht, ein Rivale muss noch ausgeschaltet werden, Missverständnisse ausgeräumt werden (er hat doch nicht etwa mit der dritten Schwester geschlafen, der, die ihren nackten Busen so fröhlich herausfordernd in die Kamera hält?), aber wer dergleichen für spannend hält, ist noch nie vor dem Fernsehschirm eingeschlafen.

Also, die Fortsetzung war mal nix. Und eine weitere sollte es, wenn alle ihren Verstand beisammen haben, nicht geben.

Renate Wagner

 

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