Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

CD: WOLFGANG AMADEUS MOZART: CHAMBER MUSIC • Orchestra La Scintilla

23.06.2026 | cd

CD: WOLFGANG AMADEUS MOZART: CHAMBER MUSIC • Orchestra La Scintilla

Kammermusik für Freunde

scin

Für die neueste CD des Orchestra La Scintilla haben die Orchester-Mitglieder Philipp Mahrenholz (Oboe), Robert Pickup (Klarinette), Hanna Weinmeister (Violine), Karen Foster (Viola), Daniel Kagerer (Viola) und Claudius Herrmann (Violincello) sowie Glen Borling (Horn) und Riccardo Minasi (Violine), ehemaliger künstlerischer Leiter des Orchestra La Scintilla, drei Kammermusik-Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) eingespielt.

Dem Oboenquartett in F-Dur (KV 370), dem Hornquintett in Es-Dur (KV 407/386 c) und dem Klarinettenquintett in A-Dur (KV 581) ist gemein, dass sie jeweils für enge Freunde Mozarts, die Virtuosen auf den jeweiligen Instrumenten waren, entstanden und dem konzertierenden Instrumentalisten entsprechend die Bühne bereiten, sich und sein virtuoses Können zu präsentieren.

Mozarts einziges Oboenquartett in F-Dur (KV 370) entstand 1781 im Rahmen der Komposition der Münchner Faschingsoper «Idomeneo» für den Oboisten Friedrich Ramm (1744-1813), den Mozart noch aus seinem «Mannheimer Winter» 1777/1778 kannte und der nun nach dem Wechsel von Kurfürst Karl Theodor zur Münchner Hofkapelle gehörte. Ramms Zeitgenossen sollen von ihm geschwärmt haben: „man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß noch keiner den schönen, runden, sanften und wahren Ton auf der Oboe, verbunden mit der schmetternden Tiefe im Forte, sich so vorzüglich zu eigen gemacht habe als er“.

Das Hornquintett in Es-Dur (KV 407/386 c) entstand 1780 in Wien für den Hornisten und langjährigen Freund der Familie Mozart Johann Leitgeb (1732-1811). Neben dem Hornquintett KV 407 schrieb Mozart bis 1791 auch vier Hornkonzerte für Leitgeb, mit dem er bis kurz vor seinem Tod Kontakt pflegte. Die Besonderheit dieses Quintetts, und eine Parallele zum Hornsextett von Mozarts böhmischem Zeitgenossen Francesco Antonio Rosetti (1750–1792) ist die Besetzung mit zwei Bratschen anstelle der zwei üblichen Violinen.

Das Anto Stadler (1753-1812) gewidmete Klarinettenquintett in A-Dur (KV 581) vollendete Mozart am 29 September 1789. Stadler galt zu seiner Zeit, auch wegen der meisterlichen Beherrschung der tiefen Register, als Virtuose der Klarinette. In Zusammenarbeit mit dem Holzblasinstrumentenbauer Theodor Lotz (1746-1792) erweiterte Anton Stadler den Tonumfang der gängigen Klarinette in A-Stimmung bis zum tiefen C: Damit schufen die beiden die sogenannte Bassett-Klarinette, für die Mozart kurz vor seinem Tod das Klarinettenkonzert in A-Dur (KV 622) komponierte.

Die Pflege der historischen Aufführungspraxis am Opernhaus Zürich hat, beginnend mit Nikolaus Harnoncourt und dem Monteverdi-Zyklus in den siebziger Jahren, jahrzehntelange Tradition und wurde 1998 mit der Gründung des Orchestra La Scintilla «institutionalisiert». So entstand ein eigenständiges Ensemble von hervorragenden, spezialisierten Musikern, das sich einen erstklassigen Ruf geschaffen hat. Die Solisten Philipp Mahrenholz (Oboe) und Robert Pickup (Klarinette) wie auch Glen Borling (Horn), aber auch die weiteren Instrumentalisten werden diesem Ruf mit gleichermassen virtuosem wie beseeltem Spiel voll und ganz gerecht. Ein Höchstgenuss!

Alleredelste Kammermusik: Unbedingte Hörempfehlung!

22.06.2026, Jan Krobot/Zürich

 

Diese Seite drucken