CD: Władysław Żeleński: Janek • The Henryk Wieniawski Philharmonic Orchestra in Lublin, Wojciech Rodek
Weltersteinspielung
Eine lohnende Entdeckung!

Władysław Marcjan Mikołaj Żeleński wurde am 6. Juli 1837 im Dörfchen Grodkowice nahe Krakau in Polen geboren. Die adlige Familie Żeleński, Trägerin des Bullen-Wappens aus dem «Gemeinwesen der Polnischen Krone und des Grossfürstentums Litauen» (Polen-Litauen), war als calvinistisch bekannt, bis Marcjan, der Vater des Komponisten, zum Katholizismus konvertierte, wohl weil er in der Habsburger-Armee diente. Żeleński wuchs behütet mit vier Geschwistern auf dem Familienbesitz. Musik gehörte zum Alltag, der Vater war Amateur-Pianist, aber in der eher konservativen Bildung der Kinder, ausgerichtet auf Sprachen und Geschichte, spielte Musik keine Rolle. 1846 wurde Vater Żeleński im Rahmen des Galizischen Bauernaufstands von 1846 ermordet. Die Familie zog daraufhin nach Krakau. Nun konnte Żeleński Musik studieren: Piano, Harmonie und Kontrapunkt in Krakau, Komposition und Philosophie in Prag und Paris. Nach Ende seiner Studien kehrte er nach Krakau zurück und zog bald weiter nach Warschau, wo er das musikalische Leben Polens nach der Teilung wieder in Schwung brachte. Zu Beginn der 1880er-Jahre kehrte er nach Krakau zurück, wo er 1888 das lokale Konservatorium eröffnete und bis zu seinem Tod am 23. Januar 1921 wirkte.
Żeleńskis Opern «Konrad Wallenrod» (1885), «Goplanka» (1896), «Janek» (1900) und «Stara Basń» (1907) stammen alle aus der späten Krakauer Zeit und gehen, «Janek» ausgenommen, auf Werke der «Polnischen Nationalliteratur» zurück. Ludomił Germans (1851–1920) Libretto scheint inspiriert durch die Werke von Pietro Mascagni und Ruggiero Leoncavallo und enthält zahlreiche Bezüge auf die Landschaft und Bevölkerung der Tatra, ähnlich Moniuszkos «Halka». «Janek» enthält aber auch zahlreiche Verweise auf die französische Oper der Zeit, die Żeleński aus seiner Pariser Zeit kannte.
Małgorzata Grzegorzewicz-Rodek ist ein Bronka mit einem tadellos geführten Sopran, klar wie Gebirgswasser. Agnieszka Kuks (Marynka) heller, hoher Sopran gibt einen guten Kontrast. Łukasz Gaj gibt den Janek mit heldisch-schillerndem, absolut höhensicherem Tenor. Das Ensemble ergänzen mit prächtigem Bariton und Bass als Dörfler Paweł Trojak und Dariusz Górski und nicht minder klangschön als Bergler Dawid Jarząb und Mateusz Słonina.
Der Women’s Choir of The Henryk Wieniawski Philharmonic in Lublin, das I Signori Men’s Vocal Ensemble und das The Henryk Wieniawski Philharmonic Orchestra in Lublin musizieren unter musikalischer Leitung von Wojciech Rodek ausgesprochen klangschön und mit hörbarer Leidenschaft.
Eine lohnende Entdeckung!
29.07.2023, Jan Krobot/Zürich

