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CD: THE PYRAMIDS RECITAL – FATMA SAID mit Musik von Puccini, Mozart, Händel, Saint-Saens, Stolz, Hammerschmid, Rabaud, Piazzolla, Barnel, R. Strauß u.a.; Warner

23.10.2026 | cd

CD THE PYRAMIDS RECITAL – FATMA SAID mit Musik von Puccini, Mozart, Händel, Saint-Saens, Stolz, Hammerschmid, Rabaud, Piazzolla, Barnel, R. Strauß u.a.; Warner

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Hildegard Knef hätte Augen gemacht, wenn ihr jemand prophezeit hätte, dass einst ihr Evergreen „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ auf Musik von Hans Hammerschmid von einer ägyptischen Opernsängerin direkt vor der Kulisse der Pyramiden von Gizeh gesungen werde. Und wie die Sopranistin Fatma Said das hinhaucht, in deklamatorisch sinnlicher Chansonsmanier sich vollkommen zu Eigen gemacht hat, ist wahrlich eine Wucht. Link zum spektakulären Video:

https://www.youtube.com/watch?v=PFi1CtA3DPM&list=RDPFi1CtA3DPM&start_radio=1

Eine kleine Plattform hat man sich bauen lassen und im Licht des Sonnenuntergangs der Wüste ein Konzert ohne Publikum gegeben. Gemeinsam mit „Les Frivolites Parisiennes“ unter der musikalischen Leitung von Sammy El Ghadab sind einige Lieblingstitel der Sopranistin in fünf Sprachen aufgeführt und eingespielt worden. Das ergibt zwar sicher kein kohärentes Programm, sondern eine bunt aleatorisch zusammengewürfelte Nummernfolge an Opernarien, Operettenhits, französischen Chansons, arabischer Vokalmusik und als Abschluss „Morgen!“ von Richard Strauss.

Als i-Tüpfelchen singt Said die allen Caballé-Bewunderern vertraute Liebesromanze ‚Al pensar en el dueño de mis amores‘ aus der Zarzuela „Las hijas del Zebedeo“ von Ruperto Chapi sowie ‚Yo soy Maria‘ aus Astor Piazzollas „Maria de Buenos Aires.“ Beides gelingt ihr

Fatma Said verfügt über eine phantastisch klangvolle Mittellage, leicht rauchig verhangen und opulent obertonreich, wie sie einst Anna Moffo hatte. In der Höhe hellt sich der Sopran in weiter schwingendem Vibrato auf und kann die eine oder andere Scharfe nicht kaschieren.

Kein Wunder, dass ihr gefühl- oder temperamentvolle Titel wie ‚Spiel auf deiner Geige‘ aus der Operette „Venus in Seide“ von Robert Stolz, der Edith Piaf Song „La vie en rose“ zu Klängen von Louis Louiguy Guglielmi‚ das an Dalida erinnernde ‚Comment l’oublier / Helwa ya baladi‘ von Jeff Barnel & Bernard Liamis und nicht zuletzt ‚Danses‘ aus Henri Rabauds opéra comique „Mârouf, savetier du Caire“ besonders gut liegen und den Reiz des Albums ausmachen.

Zu den absoluten Highlights und Heimspielen von Fatma Said zählen auch die drei arabischen Titel ‚Ya zahratan fi khayali‘ von Farid El Atrache, ‚La mosh ana-l-abki‘ von Mohamed Abdel Wahab: und ‚Aatini al naya wa ghanni‘ von Najib Hankash.

Sicher, die einleitenden Arien ‚O mio babbino caro‘ aus Giacomo Puccinis „Gianni Schicchi“ sowie ‚Non so piu cosa son, cosa faccio‘, eine Arie des Cherubino aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ sind anständig gesungen, können aber keinen bemerkenswerten Platz in der reichhaltigen Diskografie für sich beanspruchen. Da ist es um den Barockdauerbrenner ‚Lascia ch’io pianga‘ aus Georg Friedrich Händels „Rinaldo“ in ruhig geführten Piano-Legatobögen serviert, schon wesentlich besser bestellt. Auch purer Kitsch fehlt nicht auf dem Album. Darunter fällt wahrscheinlich

nicht nur für mich die aus dem Intermezzo von Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ von Jean-Yves Aiciz arrangierte „Ave Maria“.

Mit der ‚Danse de la Gipsy‘ aus Camille Saint-Saëns selten aufgeführter Oper „Henry VIII“ ist die einzige reine Instrumentalballettkomposition vertreten.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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