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CD: Reflections von Joseph-Maurice WEDER für Ars

17.02.2026 | cd

Reflections von Joseph-Maurice WEDER für Ars

Wolfgang Amadeus MOZART (1756-1791) :  Sonate Für Klavie Numer 10 in  C-Dur KV 330; Ludvieg van BEETHOVEN (1770-1827) :  Sonate Für Klavier Numer 31 AS-Dur opus 110; Frédéric CHOPIN (1810-1849) :  Sonate Für Klavier Numer 2 in B-Moll opus 35 . 01.11.2025. Büchlein in Deutsch und in English. 66:05. ARS 38 692. 

ars

Im Jahr 2005 nahm die Firma ARS den Schweizer Pianisten Joseph-Maurice Weder für eine CD mit drei Sonaten von drei verschiedenen Komponisten Genres, Epochen und Stile auf.

Die erste Sonate dieses Albums ist die Nr. 10 KV 330 von Mozart. Der Pianist enthüllt hier die Geister – das Schweigen –, vor allem während des anfänglichen Allegro moderato, die der Komponist in seiner Musik leben lässt. Er spielt diese Sonate ganz als Mozart Portait: frisch und leicht wie ein Luftzug über einem Vulkan. Er vermittelt diese „Tiefe durch übermäßige Leichtigkeit”, um mit Nietzsche zu sprechen, die den ganzen Charme Mozarts ausmacht. Man könnte ihm vielleicht eine gewisse Schwere am Ende der Sätze und eine Schwere in den Fingern vorwerfen, aber dieser Nachteil hindert ihn keineswegs daran, den kindlichen und zugleich ernsten Charakter Mozarts zu vermitteln.

Die zweite Sonate ist Beethovens Nummer 31, Opus 110, die vorletzte des Komponisten. Der Zuhörer wird vielleicht überrascht sein, einen Klavierstyl zu hören, der dem Jazz sehr nahekommt. Eine Freiheit, eine Quasi-Improvisation, die der von Jazzmusikern wie der Bill Evans und Thelonious Monk ähnelt, und für den späten Beethoven charakteristisch ist. Diese unverblümte Art erfreut und erfrischt den Zuhörer.

Die letzte Sonate ist die zweite Sonate op. 35 von Chopin, in der der Pianist ein letztes Mal seine Virtuosität durch die Akkorde und Harmonien des polnischen Komponisten unter Beweis stellen kann. Chopin ist nicht nur als großer Komponist bekannt, sondern auch dafür, dass er eine neue Art des Klavierspiels eingeführt hat. Der Pianist muss hier also eine schwierige Technik mit unvergleichlicher Leichtigkeit zeigen. Die Wette ist gewonnen, obwohl die Schwere des Spiels bei Mozart Sonate bleibt.

Das Erstaunlichste an diesem Album ist, dass der Pianist eine begeisternde Vielfalt und Spielfreude an den Tag legt, als würde er die Möglichkeiten seines Instruments ausloten, sei es durch die ernste Frische Mozarts, die Improvisationen Beethovens oder die Virtuosität Chopins. Diese CD trägt den Titel „Reflections”. Dieser Titel ist in all seinen Aspekten zu verstehen. Reflexionen, weil der Pianist beim Spielen nachzudenken scheint, über sein Spiel und sein Instrument nachzudenken. Und mit seinem Plural, weil die Vielfalt der Sonaten, Komponisten, Epochen und Spielweisen ebenso überraschend wie angenehm ist.

Der Pianist sieht diese CD als sein Lebenswerk, was für einen so jungen Instrumentalisten eine gewagte Aussage ist. Wetten wir, dass neue Reflexionen ihn zu neuen CDs führen werden…

 

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