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CD: Peter Tschaikowsky: „Rokoko-Variationen“ und andere Cello-Werke bei Naxos. Ungewöhnliche Bearbeitungen 

01.06.2026 | cd

Peter Tschaikowsky: „Rokoko-Variationen“ und andere Cello-Werke bei Naxos

Ungewöhnliche Bearbeitungen 

rohok

Hier wird Neues präsentiert. Die „Rokoko-Variationen“ von Peter Tschaikowsky werden hier ansprechend von Gabriel Schwabe (Cello) und dem Sinfonieorchester Aachen unter der inspirierenden Leitung von Christopher Ward interpretiert. Das zierliche Thema kommt sehr gut zur Geltung. Es wird zunächst in zwei großen, frei geführten Variationen abgewandelt. Dann kommt sehr ausdrucksstark eine langsame Variation, in der das Cello in einer zarten Kantilene erblühnt. Es folgt ein graziöser, scherzoartiger Satz, der in die fünfte Variation mit der Wiederkehr des Rokokothemas im Orchester mündet. Nach einer kleinen Kadenz gibt es eine Mollvariante. Die Schlussvariation imponiert schließlich als eine brillante Coda. Gabriel Schwabe kann hier seine ganze Virtuosität entfalten. Als Weltersteinspielung ist dann der zweite Satz aus dem Violinkonzert in D-Dur op. 35 von Peter Tschaikowsky zu hören, den Gabriel Schwabe für Cello und Orchester umgeschrieben hat. Die träumerisch-schwermütige Melodie kann sich hier bestens entfalten. Die Andante-Canzonetta betört hier trotz der Schlichtheit mit Klangfarbenreichtum. Die zweite Weltersteinspielung ist auf dieser hörenswerten CD der „Valse sentimentale“ No. 6 aus „Six Morceaux“ op. 51 von Peter Tschaikowsky, wo der thematische Reichtum besticht. Das Solocello übernimmt hier mit einer ausdrucksvollen f-Moll-Melodie die Führung. Aus den „Six Morceaux“ op. 19 erklingt auf dieser CD das vierte Stück „Nocturne“, das irgendwie traumverloren wirkt und von Gabriel Schwabe sehr einfühlsam erfasst wird. Ein virtuoses und charaktervolles Stück ist ferner das feurig interpretierte Pezzo capriccioso in b-Moll op. 62, das Gabriel Schwabe mit dem Sinfonieorchester Aachen hier sehr prägnant eingespielt hat. Das Werk entstand aufgrund Tschaikowskys Unterhaltung mit seinem Schüler Anatolij Brandukoff. Nicht ganz so überzeugend ist zuletzt die Wiedergabe der „Romeo und Julia“-Fantasie von Tschaikowsky. Doch man läuft Gefahr, dass man ungerecht wird, wenn man die kongeniale Aufnahme mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern im Ohr hat. Das Sinfonieorchester Aachen musiziert das Werk unter der Leitung von Christopher Ward beim Allegro giusto jedenfalls allzu lärmfreudig, da fehlt zuweilen die klangliche Differenzierung. Die hitzigen Kämpfe der verfeindeten Veroneser Patrizier kommen gleichwohl packend zum Vorschein! In heftigen Synkopen werden die Gefechte ausgetragen. Besser gelingt die leidenschaftliche Liebesmelodie von Romeo und Julia. Eindrucksvoll ist auch, wie diese Liebesmelodie im Rahmen des Kampfgetöses langsam erstirbt. Insgesamt kann man diese Einspielung durchaus empfehlen. 

 

Alexander Walther    

 

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