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CD: PAUL WRANITZKY: SYMPHONIES opp. 37,50 & 51 – NDR Radiophilharmonie, Rolf Gupta

29.11.2022 | cd

CD: PAUL WRANITZKY: SYMPHONIES opp. 37,50 & 51 – NDR Radiophilharmonie, Rolf Gupta

Ein Ständchen à la Papageno

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Der am 30. Dezember 1756 im mährischen Neureisch (heute: Nová Říše) geborene Komponist und Dirigent Paul Wranitzky und sein jüngerer Halbbruder Anton (1761-1820) spielten im Musikleben Wiens im ausklingenden 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Paul Wranitzky stand als Lieblingskomponist Maria Theresia von Bourbon-Sizilien (1772–1807) und des Kaiserhauses im Mittelpunkt. Nach seiner ersten musikalischen Ausbildung im Prämonstratenserkloster seiner Heimatstadt und Studien in Iglau (heute: Jihlava) und Olmütz (heute: Olomouc) kam Wranitzky 1776 nach Wien, um auf Wunsch seiner Eltern Theologie zu studieren. Hier fasste er rasch Fuss und wurde Musikdirektor am theologischen Seminar und 1783 Musikdirektor beim Grafen Johann Baptist Esterházy de Galántha, einem Verwandten der in Eisenstadt residierenden Esterházys. Die Musik hatte gegenüber der Theologie die Oberhand gewonnen. Auf Fürspruch des Grafen hin wurde Wranitzky Mitglied der Loge «Zur gekrönten Hoffnung» und mit der Zusammenlegung von drei Wiener Logen im Jahre 1785 Logenbruder Mozarts. Ob der bereits arrivierte Komponist ihn nur ermunterte oder auch Unterricht erteilte, ist nicht überliefert. 1785 wurde Wranitzky Musikdirektor am Kärntnertortheater, 1787 dann auch am Burgtheater. Beide Positionen behielt er bis zu seinem Tod. Wranitzkys erstes Bühnenwerk, das Singspiel in drei Akten «Oberon, König der Elfen» wurde am 7. November 1789 im Freihaustheater von der Truppe Emanuel Schikaneders uraufgeführt. Der Erfolg war so gross, dass Schikaneder in der Folge mehrere Märchenopern produzierte, unter denen Mozarts Zauberflöte wohl die Bekannteste ist. Die Popularität von Wranitzkys Singspiel war bis Carl Maria von Webers Oberon von 1826 ungebrochen. Von 1794 bis 1807 war Wranitzky Sekretär der Tonkünstler-Societät, er feierte Erfolge als Dirigent und war der bevorzugte Komponist der Kaiserin Maria Theresia. Am 26. September 1808 starb Wranitzky in Wien. Sein Schaffen, mit 45 überlieferten Sinfonien war er in den 1790ern der auf diesem Gebiet führende Komponist, stand bald im Schatten jenes seiner Freunde Mozart, Haydn und Beethoven.

 

Für die vorliegende Silberscheibe hat die NDR Radiophilharmonie unter Rolf Gupta die Sinfonie G-Dur

  1. 50, die Sinfonie D-Dur op. 37 und die Sinfonie A-Dur op. 51 eingespielt. Mitreissende Wiener Klassik eines mährischen Meisters. Bei den Sinfonien opp. 50 und 51 handelt es sich um währschafte Wiener Klassik, die von der NDR Radiophilharmonie auch mit dem entsprechenden Drive wiedergegeben werden. Von ganz anderem Kaliber, klanglich moderner, ist die anlässlich einer Hochzeit entstandene Sinfonie D-Dur op. 37, die im zweiten Satz ein Ständchen à la Papageno enthält.

 

29.11.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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