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CD / OC 478 ANTON BRUCKNER: 2. SYMPHONIE –   „ORGEL TRANSKRIPTION“

13.12.2021 | cd

CD / OC 478 ANTON BRUCKNER: 2. SYMPHONIE –   „ORGEL TRANSKRIPTION“

Anton Bruckner (1824-1896): Sämtliche Symphonien in Orgeltranskriptionen Vol.2, CD

Als neue „World Premiere Recording“ erschien bei Oehms Classics eine weitere Orgel-Transkription und zwar die „Zweite Symphonie“ von Anton Bruckner und bereits voraus schauend zum 200. Geburtstag des Komponisten im Jahre 2024.

Wie zuvor bei div. Orgel-Soli-Einspielungen fungierte erneut der bewährte Organist Hansjörg Albrecht und zwar auf der Willis-Orgel der Westminster Cathedral, London.

Als Eröffnungswerk wählte der vortreffliche Solist Bruckners „Psalm 150 WAB 38“ in sehr eindrucksvoller Präsentation mit sanft wiegenden Akkorden in den Oberstimmen zu bemerkenswert schlichter Pedalführung.

Vortrefflich widmete sich Albrecht den vertrackten Oktavsprüngen zu „Bruckner-„Variationen“ des zeitgenössischen Komponisten David Matthews (*1943).

Nach den beiden kurzen Vorspielen ging es endlich zur Sache mit der Orgeltranskription (Erwin Horn) von Bruckners „Zweiter Symphonie“. Phantastisch mit welchem emotionalen Gespür Hansjörg Albrecht das Moderato  in bebenden instrumentalen Sextolen eröffnete, sich langsam steigernd zu scharf rhythmischen, schier orchestralen Wendungen ins leidenschaftliche Fortissimo. Wunderbar zu erkennen das Gebetsthema aus Wagners Rienzi. Zu kräftigen Aufschwüngen der imposanten Registerklänge ließ der exzellente Organist den Satz verhallen. Weich wurde das Andante eröffnet, von Pfeifenklängen umrankt, unglaublicher Intensivität und Schönheit akustisch ins rechte Licht gerückt erblühte das Benedictus (F-Moll-Messe) und Albrecht schenkte seinen grandiosen Vortrag instrumental orchestrale Kontraste.

Dem schier derben Scherzo widmet Albrecht eine bunte Farbpalette, schwebend erklang das Walzerthema fein gewebt, um sich in Wiederholungen, sich in stampfender Coda finalisierend. Im drängenden Finale fügte der absolute Meister-Organist die ungeheuer präsenten rhythmisch-betonten Töne voll unbändiger Lebendigkeit mit geradezu teils ruhiger Gelassenheit in gewaltige Steigerungen. In natürlicher Balance zwischen Klangepos und Raumgefühl formierte Albrecht mit dem königlichen Instrument majestätische Klangwellen, türmte in beispielloser Kunstfertigkeit die zum Himmel stürmenden Wogen zum alles überstrahlenden Klangdom.

Fazit: Ein neues Highlight für Bruckner-Fans und Freunde der Orgelmusik. Man darf sich schon jetzt auf die Folgeserie freuen.

Gerhard Hoffmann

 

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