Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

CD: NUITS BLANCHES: OPERA ARIAS AT THE RUSSIAN COURT OF THE 18TH CENTURY  – Karina Gauvin, Pacific Baroque Orchestra, Alexander Weimann

09.04.2020 | cd

CD: NUITS BLANCHES: OPERA ARIAS AT THE RUSSIAN COURT OF THE 18TH CENTURY  – Karina Gauvin, Pacific Baroque Orchestra, Alexander Weimann

Album Nuits blanches: Opera Arias at the Russian Court of the 18th ...

Ein Ausflug in die Geschichte der Oper in Russland zwischen Peter dem Grossen und Michail Iwanowitsch Glinka

In den Weissen Nächten, so der Titel des Albums, nehmen die kanadische Sopranistin Karina Gauvin und das Pacific Baroque Orchestra unter Alexander Weimann mit auf einen Ausflug in die Geschichte der Oper in Russland zwischen Peter dem Grossen und Michail Iwanowitsch Glinka.

Das Bestreben Peters des Grossen Russland an der westlichen Kultur zu orientieren erstreckte sich auch auf die Musik und so wurde das 1703 an der Mündung der Newa gegründete St.Petersburg rasch auch ein musikalisches Zentrum. 1726 streckte Johann Sebastian Bach erfolglos seine Fühler aus, ob es am Hofe einen Posten geben könne.  Eine seiner Schüler, Jacob von Staehlin-Storcksburg (1709-1785), war erfolgreicher und wirkte von 1735 bis zu seinem Tode 1785 am Zarenhof. Aus seiner Feder stammt die erste Musikgeschichte Russlands und er war es, der der Oper in Russland den Boden bereitete, auf der sie gedeihen konnte. Praktisch wurde er von Franisco Araja (1709-1762/1770), einem neapolitanischen Komponisten unterstützt, der mit seiner Truppe Opern aufführte, aber auch selber komponierte und als Lehrer in den verschiedensten Bereichen tätig war. Wiederholt waren italienische Komponisten für mehrere Jahre am Zarenhof engagiert, so auch Domenico Dall’Oglio (um 1700-1764), der in seinen Werken nicht Motive der slawischen Musik mir der italienischen verband sondern auch die erste Oper auf ein russisches Libretto komponierte. Bei den beiden ukrainischen Komponisten Maxime Sozontovitch Berezovski (1745-1777) und Dimitri Stepanovitch Bortnianski (1751-1825) war es dann umgekehrt: sie erhielten ihre Ausbildung bereits in St.Petersburg und wurden zur Vervollkommnung nach Italien. Hatten Sie dort Erfolg mit ihren Opern, folgte rasch der Ruf zurück in die Heimat. Während Berezovski bald nach seiner Rückkehr völlig verarmt starb, machte Bortnianski Karriere und etablierte internationales Repertoire wie Haydns Schöpfung, Mozarts Requiem und Händels Messias in St. Petersburg. Evstignei Ipatievitch Fomine (1761-1800) ging den von seinen Altvorderen eingeschlagenen Weg europäische Elemente mit russischen zu vereinen weiter.

Karina Gauvin begeistert mit nobler Zurückhaltung und ihrem perfekt geführten Sopran. Saftig und kraftvoll begleitet sie das Pacific Baroque Orchestra.

Ein beglückender Ausflug, den man gerne wiederholt.

09.04.2020, Jan Krobot/Zürich

 

Diese Seite drucken