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CD JOSEPH HAYDN STABAT MATER, Symphonien Nr. 84 („La Discrète“) und 86 („La Capricieuse“); LE CONCERT DE LA LOGE unter JULIEN CHAUVIN; aparte

17.02.2021 | cd

CD JOSEPH HAYDN STABAT MATER, Symphonien Nr. 84 („La Discrète“) und 86 („La Capricieuse“); LE CONCERT DE LA LOGE unter JULIEN CHAUVIN; aparte

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Nun sind alle sechs „Pariser Symphonien“ im Kasten. In ungewöhnlichen aber schlüssigen Werk-Kombinationen (u.a. mit Kompositionen Pariser Tonsetzer des 18. Jhdts. wie Guénin, Gretry, Rigel, Lemoyne, Sacchini, Devienne oder Davaux) hat das Originalklangensemble „Le Concert de la Loge“ unter der Stabführung ihres Chefs, des Geigers Julien Chauvin, die ersten vier „Pariser Symphonien“ von Joseph Haydn in exemplarischen Interpretationen aufgenommen. Als letzter Streich wurden die beiden Symphonien Nr. 84 und 86 mit der Pariser Version von Haydns „Stabat Mater“ kombiniert.

 

Haydns „Stabat Mater“ schlug 1781in Paris in einer von Richomme adaptierten Fassung (die auch der vorliegenden Einspielung zugrunde liegt) ein wie ein Meteor und löste damit das bis dahin an Beliebtheit unübertroffene „Stabat Mater“ von Pergolesi in der Publikumsgunst ab. Das Werk wurde damals in zwei Teile geteilt und 1781 am Montag und Dienstag der Karwoche aufgeführt. So auch auf den zwei CDs der Edition: Sie startet mit der Symphonie Nr. 84 und den ersten sieben Teilen des „Stabat Mater“. CD 2 setzte mit den letzten sieben Abschnitten des „Stabat Mater“ fort und schließt mir der Symphonie Nr. 86. Die Bezeichnungen „Die Diskrete“ bzw. „Die Kaprizöse“ gehen nicht auf die Entstehungszeit zurück, sondern wurden nach aktuellen Publikumsbefragungen aufgrund ihrer musikalischen Charakteristika so getauft.

 

Julien Chauvin reiht sich zu den bedeutenden Haydn-Interpreten wie Szell, Bernstein, Adam Fischer, Hogwood, Ticciati oder Antonini (Haydn Symphonie Edition 2032), die diesen wohl originellsten und einfallsreichsten aller Symphoniker mit federndem Schwung, dem launischen Auskosten der harmonischen Wechsel und ironischen Brechungen als auch dem Zelebrieren der wundersam herrlichsten melodischen Einfälle lebendig werden lassen. Beim „Stabat Mater“ sorgen noch dazu ein beherztes Solistenquartett (Florie Valiquette Sopran, Adèle Charvet Alt, Reinoud Van Mechelen Tenor und Andreas Wolf Bass) und der markant deklamierende Chor „Ensemble Aedes“ (Einstudierung Mathieu Romano) für ein ungetrübtes Hörerlebnis. 

 

Am besten mit einem gehechteten Köpfler hineintauchen und den Alltag vergessen!

 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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