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CD JOHANNES BRAHMS: PETER ORTH spielt die Klavierstücke Op. 76, Rhapsodien Op. 79, Klaviersonate Nr. 3, Op. 5; Challenge Records

10.06.2020 | cd

CD JOHANNES BRAHMS: PETER ORTH spielt die Klavierstücke Op. 76, Rhapsodien Op. 79, Klaviersonate Nr. 3, Op. 5; Challenge Records

Rosen für das neue Brahms Album von Peter Orth

Er nennt sich selbst einen nach Deutschland „verpflanzten“ Amerikaner. Die Ankunft von Peter Orth 1992 war nicht einfach, für den Künstler Orth bedeutete sie in erster Linie, sich neu mit seinen Stärken und Schwächen als Spieler auseinandersetzen, seine eigenen Beziehungen zur Musik neu zu kalibrieren, sich neu zu bestimmen. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Auryn-Quartett hat hier sicherlich auch für die musikalische Entwicklung hin zur Reife beigetragen. Für uns Hörer hat sich dieses Bemühen wahrlich gelohnt, der Wahlkölner Orth hat „seine Strickarbeit“ großartig hinbekommen.

Eine so frische, von allem technischen und Traditions-Brimborium unbeschwert klingende Brahms-CD ist eine Offenbarung, zumal hier Orth seltener aufgeführtes Brahms-Repertoire spielt. Was mich an dem Brahms-Album besonders begeistert, ist die Luftigkeit im Anschlag, die absolute Natürlichkeit in Phrasierung und musikantischem Zugang. Keine schweren Pedalhebel vernebeln das Klangbild. Das klingt dann in den Klavierstücken Op. 76 bisweilen eher lyrisch verträumt nach einer Spieluhr, und gleichzeitig apollinisch wie außer jeder Zeit. Gut fokussiert, tänzerisch, durchsichtig wie ein Gaze-Schleier sich im Wind bläht. Die sonst für viele Interpreten so prioritäre Frage nach dem (richtigen) Tempo stellt sich bei Orth erst einmal gar nicht.

Fazit: Von einem, der auszog, das musikalische Glück zu bringen. Ja, genau so lieben wir Brahms!

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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