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CD: JOHANN WILHELM WILMS: CLARINET CONCERTO, SINFONIE CONCERTANTE • Harmonie Universelle, Andreas Spering

30.04.2023 | cd

CD: JOHANN WILHELM WILMS: CLARINET CONCERTO, SINFONIE CONCERTANTE • Harmonie Universelle, Andreas Spering

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Ein Meister der Sinfonia Concertante

Geboren im Bergischen Land wirkte Johann Wilhelm Wilms (1772-1847) von Jugend an in Amsterdam und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten niederländischen Komponisten. Erste musikalische Unterweisungen erhielt Johann Wilhelm von seinem Vater Johann, Lehrer und Organist, dem älteren Bruder Peter Johann und dem Dorfpfarrer. Als Musiklehrer kam er über Lüttringhausen und Elberfeld gelangte er 1791 nach Amsterdam, wo er als Pianist und Flötist rasch Erfolge verzeichnen konnte. Allseits geachtet und mit Beziehungen zu vielen hervorragenden Instrumentalisten seiner Zeit, gründete er 1796 das Orchester «Eruditio Musica» und betätigte sich als Komponist.

1814 komponierte Wilms die bisher unveröffentlichte «Concertante pour Flute, Clarinetto, Fagotto, Violon & Violoncelle Principale, avec grand Orchestre, composée pour la Societé Felix Meritis par J. W. Wilms» (Originaltitel). Zu dieser Zeit befand sich Wilms auf dem Zenit seiner Laufbahn: mit etlichen Preisen dekoriert, wurden seine Werke regelmässig in den Niederlanden, aber auch europaweit aufgeführt und bei renommierten Verlagen veröffentlicht. Wieso aber gerade dieses Werk nicht veröffentlicht wurde, ob er keinen Verleger fand oder es nicht veröffentlichen wollte, bleibt unklar. Wilms kombiniert die fünf Soloinstrumente des Werks auf 23 verschiedene Arten und erreicht so natürlich eine enorme Klangvielfalt, die mit der Eingängigkeit der Melodien den Reiz des Werks ausmacht.

Das Konzert für Klarinette und Orchester in B-Dur Op. 40 wurde erst vor wenigen Jahren in der Bibliothek des Konservatoriums in Prag wiederentdeckt. Was die spielerischen Fähigkeiten des Solisten angeht, ist das Konzert durchaus mit Mozarts berühmten Klarinettenkonzert und den frühen Werken Spohrs vergleichbar und dürfte daher im 19. Jahrhundert zum Prüfungs-Kanon gehört haben.

 

In der Sinfonia Concertante in F-Dur, mit der Wilms seinen Weg zur Frühromantik weiter geht, hat Wilms neben dem Horn als Vertreter der Blechblasinstrumente die ungewöhnliche Kombination von Flöte, Fagott und Oboe oder Klarinette vorgesehen.

 

Das Ensemble Harmonie Universelle und die Solisten unter musikalischer Leitung von Andreas Spering interpretieren Wilms Werke hoch virtuos mit sehr harmonischem, zurückhaltenden Spiel. Etwas mehr Akzente (jenseits von Pauken und Trompeten) wären dem Gesamteindruck sicher förderlich.

 

Eine interessante Entdeckung.

 

30.04.2023, Jan Krobot/Zürich

 

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