Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

CD: JOHANN MATTHIAS SPERGER: DOUBLE BASS CONCERTOS 1 & 8, SINFONIA NO. 15 – Roman Patkoló, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Douglas Bostock

Bedeutendster Kontrabassist des 18. Jahrhunderts

20.08.2021 | cd

CD: JOHANN MATTHIAS SPERGER: DOUBLE BASS CONCERTOS 1 & 8, SINFONIA NO. 15 – Roman Patkoló, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Douglas Bostock

«Bedeutendster Kontrabassist des 18. Jahrhunderts»

sperger

Johann Matthias Sperger, der bedeutendste Kontrabassist des 18. Jahrhunderts, wurde am 23. September 1750 im südmährischen Feldsberg geboren. Mit dem alle zwei Jahre von der Internationalen J.M. Sperger Gesellschaft e.V. «Sperger-Wettbewerb» für Kontrabass soll die Aufmerksamkeit sowohl auf den Instrumentalisten Sperger wie auch den Komponisten Sperger gelenkt werden. Mit der Einspielung zweier Konzerte für Kontrabass sowie einer Sinfonie, zwei davon erklingen nach über 230 Jahren wieder da erste Mal, unterstützt das Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim dieses Bestreben.

Feldsberg (heute: Valtice) war seit dem Mittelalter Besitz derer von Liechtenstein und so dürfte Fürst Josef Wenzel Lorenz von Liechtenstein auf Sperger aufmerksam geworden sein und schickte ihn mit 17 nach Wien, wo von Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809) und Friedrich Pischelberger (1741-1813) unterrichtet wurde. Gleich sein erstes Engagement in der Hofkapelle von Erzbischof Josef Graf von Batthyany in Pressburg (heute: Bratislava) war, obwohl er hauptsächlich als Kontrabassist arbeitete, auch kompositorisch sehr ertragreich. Nach drei Jahren in der Hofkapelle des Grafen Ludwig von Erdödy in Kohfidisch war Sperger als freischaffender Musiker in Wien tätig und machte, auch im Bemühen um eine neue Anstellung, Konzertreisen. Auf einer dieser Reisen konnte Sperger im April 1788 Grossherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg vorspielen. Als er dann von einer Italien-Reise zurückkehrte, fand Sperger ein Anstellungsdekret vor und trat im Juni 1789 seinen Dienst in Ludwigslust an. Am 13. Mai 1812 starb er ebenda an Fleckfieber.

Die lange Zeit geringe Bekanntheit Spergers liegt auch daran, dass zu seiner Zeit der Kontrabass in einer Terz-Quart-Stimmung («Wiener Stimmung») gespielt wurde, bevor dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts der quartgestimmte Kontrabass üblich wurde. So sind viele seiner Werke auch nicht im Druck erschienen: die hier eingespielten Sinfonia in A-Dur No. 15 und das Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 8 in D-Dur erklingen so nach über 230 Jahren zum ersten Mal. Das Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 1 in D-Dur entstand 1777, als Sperger noch in Bratislava engagiert und gerade einmal 27 Jahre alt war. Trotz ist in der Haydn erinnernden Musik bereits seine reiche Erfahrung zu hören. Die 15. von Sprengers über 44 Sinfonien, ein Sturm und Drang-Werk, entstand 1782. Das Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 8 in D-Dur von 1787, äusserst virtuos und hoch melodisch, wurde erst kurz vor der Einspielung entdeckt.

Die Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim unter musikalischer Leitung Douglas Bostock spielt mit viel Drive und Leidenschaft, so wie Roman Patkoló virtuos am Kontrabass.

Ein Hörerlebnis!

20.08.2021, Jan Krobot/Zürich

 

Diese Seite drucken