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CD: ITALIAN OPERA ARIAS – Linda Richardson, Sinfonia of London, John Wilson

10.01.2021 | cd

CD: ITALIAN OPERA ARIAS – Linda Richardson, Sinfonia of London, John Wilson

Italian Opera Arias [Linda Richardson; Sinfonia of London; John Wilson]  [Chandos Records: CHAN 20155] by Linda Richardson, Sinfonia of London,  Giuseppe Verdi, Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini, John  Wilson: Amazon.co.uk: Music

Die hauptsächlich in Grossbritannien tätige Sopranistin Linda Richardson legt beim Label Chandos eine Visitenkarten-CD vor, die aus ihrem breiten Repertoire von Monteverdi bis Britten den Bereich der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts abdeckt. Mit fortschreitender Karriere habe sie ihre besondere Zuneigung zu den hier versammelten Rollen, die die Säulen der italienischen Oper bilden, entdeckt.

Linda Richardson nennt einen technisch versiert geführten, wohlklingenden Sopran mit guten Höhen und Tiefen ihr Eigen. Auf der CD finden sich Arien von Bellini und Donizetti, Verdi und Puccini. Generell feststellen lässt sich, dass je jünger der Komponist ist, desto eher Richardsons Interpretation passt. Gerade bei Bellinis «Casta Diva» und Donizettis «Piangete voi?» und «Al dolce guidami» ist der grosszügige Einsatz des Vibrato nicht passend. Bei einem Stil, der so auf die Stimme fokussiert ist, kommt die geringe Individualität der Stimme unnötig deutlich zum Ausdruck. Umgekehrt kann Richardson mit Puccinis «D’onde lieta uscì», «Vissi d’arte», «Senza mamma», «Un bel dì, vedremo» und «Tu? Tu? Piccolo Iddio!» durchaus überzeugen. Giuseppe Verdi ist mit «Pace, pace, mio Dio!», «Ah, fors’è lui», «Sempre libera», «Morrò, ma prima in grazia», «Caro nome» und «Addio, del passato» auf der Silberscheibe vertreten. Diese Arien hat Richardson souverän im Griff.

Die Sinfonia of London unter John Wilson begleitet äusserst sängerfreundlich ohne Ecken und Kanten. Die Tempi dürften in der Regel einen Tick rascher sein, der Klang weniger «geschönt» und deutlich profilierter. Die Solisten Sally Pryce an der Harfe, Peter Facer am Englischhorn, David Cohen am Cello und Adam Walker an der Flöte zeigen solides Handwerk.

Eine Bereicherung für den Plattenschrank ihrer Fans.

10.01.2021, Jan Krobot/Zürich

 

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