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CD: HANS PFITZNER: DAS CHRIST-ELFLEIN – Münchner Rundfunkorchester, Kurt Eichhorn

25.12.2022 | cd

CD: HANS PFITZNER: DAS CHRIST-ELFLEIN – Münchner Rundfunkorchester, Kurt Eichhorn

Eine interessante Repertoire-Erweiterung!

Engelbert Humperdincks «Hänsel und Gretel» ist dominierende deutschsprachige Oper auf den adventlichen Opern-Spielplänen. Das war nicht immer so.

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Hans Pfitzners Weihnachtsoper «Das Christ-Elflein» konnte von der Pfitzner-Renaissance (durch differenzierte Betrachtung seiner Biographie) noch nicht in dem Umfang profitieren, wie dessen «Palestrina», und muss daher immer noch als Rarität gelten. Uraufgeführt wurde das Christ-Elflein Schauspiel mit begleitenden Musikstücken am 11. Dezember 1906 am Münchner Hoftheater. Parallel zu Entstehung anderer Werke arbeitete Pfitzner das Christ-Elflein zur Oper un, die am 11. Dezember 1917 an der Dresdner Hofoper uraufgeführt wurde. Musikalisch waren die Qualitäten des Stücks unbestritten: es enthält einige der besten melodischen Eingaben Pfitzners. Einzelne Stimmen äusserten sich zum Libretto der ersten Fassung, als noch vor der Überarbeitung des Komponisten, kritisch.

Der Klang der Weihnachtsglocken und -lieder löst in einem Elflein den Wunsch aus, zu den Menschen zu ziehen. Trotz der Warnungen des Tannengreises, die Menschen seien herzlos, verlässt das Elflein seine Waldheimat. Bei den Menschen angekommen, macht das Elflein so einige enttäuschend Erfahrungen, lernt Kummer und Krankheit kennen. Als am Weihnachtsabend das Christkind erscheint, will das Elflein ihm in den Himmel folgen. Das Christkind aber hat seine Mission: es soll die Seele Trautchens, eines kranken Kindes, in den Himmel holen. Das Elflein bietet sich an, an Trautchens Stelle mit in den Himmel genommen zu werden. Das Christkind willigt ein und Trautchen kann nun gesund werden. Das Elflein wird von nun an jedes Jahr als Christ-Elflein auf die Erde kommen. Trautchens Familie feiert mit der Wiedergenesenen glücklich Weihnachten.

Das Label Orfeo / Orfeo d’Or legt eine Aufnahme des Bayerischen Rundfunks München vom 30. November 1979 wieder auf. Das Digital Remastering (Othmar Eichinger, Gottfried Kraus) ist hervorragend gelungen. Das Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Kurt Eichhorn bringt Pfitzners Märchen mit hoch fokussiertem Spiel wunderbar leicht und frisch zu Gehör. Die Leistung des Chor des Bayerischen Rundfunks wie der Solisten ist durch eine, in diesen guten alten Zeiten noch selbstverständliche und heute sehnlichst vermisste, enorme Textverständlichkeit geprägt. Alois Fink erzählt die von ihm geschaffenen Zwischen-Texte gleich selbst. Bass-Bariton Nikolaus Hillebrand singt den Knecht Ruprecht mit stupenden Höhen und charaktervollen Tiefen. Helen Donath gibt das Elflein mit klar fokussiertem, reinem Sopran. Janet Perry singt das Christkindchen mit frischem, jugendlich-klarem Sopran. Alexander Malta gibt einen prächtig polternden Tannengreis. Raimund Grumbach und Ferry Gruber sind Franz und Jochen. Paul Hansen als Herr von Gumpach und Claes H. Ahnsjö als sein Sohn Frieder ergänzen das prächtige Ensemble.

 

Eine interessante Repertoire-Erweiterung!

 

23.12.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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