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CD: GIUSEPPE ANTONIO BRESCIASNELLO: BEHIND CLOSED DOORS – BRESCIANELLO VOL. 1 • La Serenissima, Adrian Chandler

19.10.2021 | cd

CD: GIUSEPPE ANTONIO BRESCIASNELLO: BEHIND CLOSED DOORS – BRESCIANELLO VOL. 1 • La Serenissima, Adrian Chandler

Ein Musiker, der der Welt bekannt sein sollte

Giuseppe Antonio Brescianello: Concerti & Sinphonie op.1 Nr.1-3 (CD) – jpc

Der Titel «Behind Closed Doors» der neuesten Einspielung von La Serenissima nimmt Bezug auf ihre Entstehung, aber auch auf die eingespielte Musik. Nach der Corona-Pause, die die Musiker «hinter verschlossenen Türen» verbringen musste, hat La Serenissima Musik von Giuseppe Antonio Brescianello (um 1690-1758) eingespielt.

Weit weniger bekannt als sein Zeitgenosse Antonio Vivaldi (1678-1741), ist Giuseppe Antonio Brescianello entsprechend mager dokumentiert. Erstmals urkundlich belegt ist Brescianello 1714 in Venedig, wo er bei Therese Kunigunde Karoline von Polen, der zweiten Gattin von Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern, in ihrem Exil als Diener angestellt war. 1715 kehrte Therese Kunigunde Karoline von Polen nach Bayern zurück. Brescianello folgte ihr und wurde in der Münchner Hofkapelle als Violinist angestellt. 1716, nach dem Tod von Johann Christoph Pez, wechselte Brescianello an den Württembergischen Hof in Stuttgart, wo er Musikdirektor und «maître des concerts de la chambre» und ein Jahr später Hofkapellmeister wurde. Bis zu seinem Tod am 4. Oktober 1758 blieb Brescianello am Württembergischen Hof.

Brescianellos Unbekanntheit mag auch daran liegen, dass sein kleines, aber feines Oeuvre kaum gedruckt wurde. Lediglich sein Opus 1 wurde 1727 beim führenden Musik-Verlag jener Zeit, Le Cene in Amsterdam, der auch Albinoni, Corelli, Tartini, Valentini und Vivaldi verlegte, gedruckt. Brescianellos Opus 1 enthält zwölf Werke aufgeteilt in zwei Bücher zu je 3 Konzerten für Violine und Streicher und 3 Sinfonien für Streicher.

Die erste Folge der Einspielung von Brescianellos durch La Serenissima unter musikalischer Leitung von Adam Chandler enthält die Konzerte für Violine, Streicher und Continuo 1 bis 3 (in f-Moll, a-Moll und B-Dur) wie auch die Sinfonien für Streicher 1 bis 3 ergänzt (in d-moll, g-moll und c-moll) durch die Ouvertüre-Suite in B-Dur. Das Orchester musiziert saftig-kräftig mit hörbarer Leidenschaft.

Bester italienischer Barock!

19.10.2021, Jan Krobot/Zürich

 

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