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CD: GIOACCHINO ROSSINI: LE NOZZE DI TETI E DI PELEO – Virtuosi Brunensis, Pietro Rizzo

11.09.2020 | cd

CD: GIOACCHINO ROSSINI: LE NOZZE DI TETI E DI PELEO – Virtuosi Brunensis, Pietro Rizzo

Gioacchino Rossini: Le Nozze di Teti e di Peleo (CD) – jpc

 Rossinis Kantate „Le nozze di Teti e di Peleo“ entstand im gleichen Jahr – 1816 – wie Meyerbeers „Gli amori di Teodolinda“ (https://onlinemerker.com/cd-giacomo-meyerbeer-gli-amori-di-teodolinda-orchestre-de-chambre-de-lausanne-diego-fasolis/). Das sind aber schon alle Gemeinsamkeiten der beiden Stücke.

Entstanden Teodolindens Liebschaften als Gelegenheits- oder Freundschaftsarbeit auf ein bukolisches Sujet, handelt es sich bei „Le nozze di Teti e di Peleo“ um ein Auftragswerk des neapolitanischen Hofes anlässlich der Hochzeit von Karl Ferdinand von Artois, Herzog von Berry (Neffe von Ludwig XVIII) mit Maria Carolina von Neapel (Nichte des Auftraggebers Ferdinand I). Angelo Maria Ricci (1776-1850) gestaltete sein Libretto dem Anlass entsprechend nach der antiken Legende der Meeres-Nymphe Thetis und ihrer Hochzeit mit dem sterblichen Helden Peleus. Ricci legt das Gewicht auf die positiven Facetten der Legende, identifiziert die mythischen Brautleute explizit mit dem königlichen Brautpaar und wünscht der königlichen Familie und ihrer Macht Gedeihen.

Zeigt Meyerbeers Kantate einen Komponisten am Anfang seiner Laufbahn, erleben wir Rossini bereits auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass Rossini in Neapel mit die besten Solisten seiner Zeit zu Verfügung hatte. Rossini wusste die Einzigartigkeit seiner auf den Belcanto spezialisierten Besetzung voll auszuspielen. Eine virtuosere, prunkvollere Musik ist aus seiner Feder kaum denkbar.

Die am 24. und 26. Juli 2018 anlässlich der 30. Ausgabe des Festivals „Rossini in Wildbad“ in der Trinkhalle in Bad Wildbad entstandene und beim Label Naxos Aufnahme überzeugt musikalisch voll und ganz, sie begeistert und das Rossinische Brio reisst mit. Mit Joshua Stewart als Giove, Leonor Bonilla als Cerere, Eleonora Bellocci als Teti, Mert Süngü als Peleo und Marina Comparato als Giunone hat ein Ensemble zusammengefunden, das musikalisch überzeugt und perfekt harmoniert.

Der Górecki Chamber Choir aus Krakau (Künstlerische Leitung: Mateusz Prendota) und die Virtuosi Brunensis (Künstlerische Leitung: Karel Mitas)unter Leitung von Pietro Rizzo tragen ihren Teil zum hervorragenden Eindruck bei.

Belcanto vom Allerfeinsten!

11.09.2020, Jan Krobot/Zürich

 

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